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18.12.2016

21:49 Uhr

US-Wahlmänner haben das Wort

Die Revolte fällt aus

Am Montag kürt ein Gremium von Wahlmännern und -frauen offiziell den nächsten Präsidenten der USA. Und es sieht ganz danach aus, dass der letzte Akt einer untraditionellen Wahl traditionell verläuft.

Um Präsident zu werden, benötigt man im Electoral College 270 Stimmen. Trump gewann in genügend Staaten, um auf 306 zu kommen. AP

Donald Trump

Um Präsident zu werden, benötigt man im Electoral College 270 Stimmen. Trump gewann in genügend Staaten, um auf 306 zu kommen.

WashingtonAm Montag wird das spektakuläre Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl offiziell. Dann haben die Frauen und Männer im Electoral College das Wort, wie es das Wahlsystem der Vereinigten Staaten vorsieht. Und es sieht ganz danach aus, dass der letzte Akt einer untraditionellen Wahl traditionell verläuft, der gewählte Präsident Donald Trump die Fahrkarte ins Weiße Haus erhält.

Sind republikanische Vertreter in dem Gremium auch geradezu bestürmt worden, Trump fallen zu lassen, gibt es keine Anzeichen für eine bevorstehende Revolte. Ob sie ihn mögen oder nicht, und manche mögen ihn ganz gewiss nicht: Eine große Zahl der Republikaner, die ausgewählt wurden, am Montag in den Hauptstädten der einzelnen US-Staaten ihre Stimme abzugeben, haben in Gesprächen mit der Nachrichtenagentur AP ihr Festhalten an der Tradition bekundet.

Das heißt, sie fühlen sich aufgrund der Geschichte, ihres Pflichtbewusstseins, ihrer Parteiloyalität oder auch gesetzlich daran gebunden, das Wahlergebnis in ihrem jeweiligen Staat zu bestätigen und Trump zum Präsidenten zu küren. Auch eine wahre Flut von Appellen, sich gegen ihn zu wenden, konnte die Wahlmänner und -frauen nicht umstimmen.

AP hat versucht, alle 538 Vertreter in dem Gremium zu erreichen und hat mehr als 330 von ihnen interviewt. Sie stieß dabei auf verbreiteten demokratischen Unmut über die US-Wahlprozedur, die auch international vielfach als völlig antiquiert angesehen wird. Aber keiner äußerte wirklich die Erwartung, dass Unbehagen über Trump auch unter den Republikanern den Einzug des Immobilienmoguls in Weiße Haus noch stoppen wird.

Dazu müssten nicht nur die republikanischen Wahlleute eine noch nie da gewesene Fahnenflucht begehen. Auch die Demokraten wären gezwungen, sich von Hillary Clinton abzuwenden und in ausreichender Zahl hinter einen Kompromisskandidaten stellen. Im Electoral College werden die Stimmen traditionell entlang den Wahlergebnissen in den einzelnen Staaten verteilt. Der Gewinner bekommt alles, auch bei äußerst knappen Resultaten. Das macht es möglich, dass am Ende nicht der gewinnt, der US-weit die meisten Wähler hinter sich gebracht hat - wie in diesem Fall die Demokratin Clinton, die mit mehr als 2,6 Millionen Stimmen vor Trump führt.

Um Präsident zu werden, benötigt man im Electoral College 270 Stimmen. Trump gewann in genügend Staaten, um auf 306 zu kommen. Das heißt, er müsste am Montag drei Dutzend Stimmen weniger erhalten, um die Mehrheit zu verfehlen. Nur ein einziger republikanischer Wahlmann sagte der AP, dass er nicht für Trump votieren werde.

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