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04.09.2012

07:38 Uhr

US-Wirtschaft im Wahlkampf

„Osama ist tot – General Motors lebt“

VonNils Rüdel

Barack Obama spricht viel von der Zukunft – doch nur ungern über seine wirtschaftliche Bilanz. Die Gegner bringen den US-Präsidenten zum Start der Parteitags in große Erklärungsnot. Mit einem simplen Trick.    

Ohne Euphorie

Der Parteitag der Demokraten beginnt

Ohne Euphorie: Der Parteitag der Demokraten beginnt

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CharlotteStephanie Cutter ist für Barack Obama so etwas wie die Feuerwehr. Immer dann, wenn es für den US-Präsidenten im Wahlkampf mal wieder brenzlig wird, muss die attraktive Kampagnensprecherin ausrücken und retten, was zu retten ist. So auch am Montag. Da beteuerte sie eilfertig im Fernsehen, dass es den Amerikanern heute „selbstverständlich“ besser gehe als noch zu Zeiten von George W. Bush.

Hinter der Wahlkampf-Plattitüde aber steckte mehr: Cutter musste eine peinliche Posse ihrer Parteigenossen beenden, die ausgerechnet vor dem Beginn der Convention in Charlotte, North Carolina, die Schlagzeilen kaperte. Mehrere Demokraten hatten sich um Kopf und Kragen geredet, weil sie nicht eindeutig sagen konnten, inwieweit Amerika nun unter Obama Fortschritte gemacht hat oder nicht.

Liveblog: Parteitag: Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Liveblog: Parteitag

Obamas Plädoyer für eine zweite Amtszeit

Die Nominierung Barack Obamas zum Kandidaten der Demokraten war Formsache. Aber der Präsident und sein Team mussten Fans und Skeptiker überzeugen, die Wiederwahl verdient zu haben. Reden, Dokumente und Einschätzungen.

Die Glücklosen waren den gegnerischen Republikanern in die Falle gelaufen. Sie ist effektiv und gefährlich, und besteht eigentlich nur aus einer Frage an die Wähler: „Geht es Ihnen heute besser als vor vier Jahren?“ Also: Haben sich die persönlichen Lebensumstände unter Obama verbessert? Die Strategie hat sich bewährt: Sie half schon Ronald Reagan 1980, Jimmy Carter aus dem Weißen Haus zu verjagen.

Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan haben die Reagan-Falle nun für Obama aufgestellt. Das Team des republikanischen Herausforderers hat es damit geschafft, trotz der großen Medien-Aufmerksamkeit für den Parteitag der Demokraten wieder ihr Lieblingsthema auf die Agenda zu setzen: der Zustand der amerikanischen Wirtschaft. „Der Präsident kann vieles behaupten, und er wird es auch“, sagte Ryan am Montag bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina. „Aber er kann nicht erzählen, dass es Ihnen heute besser geht“.

Der Zeitplan bis zu den US-Präsidentschaftswahlen

Parteitage

Vom 27. bis 30. August fand die Parteiversammlung der Republikaner in Tampa (Florida) statt. Noch bis zum 6. September, haben sich die Demokraten in Charlotte (North Carolina) versammelt. Dabei wird Präsident Obama offiziell zum Kandidaten bestimmt.

Schlussphase

3. Oktober: Erste von drei TV-Debatten der Kandidaten - 11. Oktober: TV-Debatte der Kandidaten als Vizepräsident - 6. November: Präsidentschaftswahl, außerdem US-Kongresswahlen - 20. Januar 2013: Vereidigung des neuen US-Präsidenten

Präsidentenwahl Teil 1

Am Dienstag nach dem ersten Montag im November (diesmal der 6.) wird endlich gewählt. Dann strömen die Amerikaner zu den Wahlurnen um ihre Wahlmänner zu bestimmen.

Präsidentenwahl Teil 2

Am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember (diesmal der 17.) schreiten die Wahlmänner zur finalen Abstimmung. Sie wählen in ihrem jeweiligen Bundesstaat einen der beiden Kandidaten.

Auszählung und Vereidigung

Am 6. Januar 2013 werden die abgegebenen Stimmen gezählt, indem der Präsident des Senats die vorliest. Der Sieger der Wahl und somit der neue Präsident der USA wird am 20. Januar 2013 in Washington vereidigt.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

04.09.2012, 10:05 Uhr

Jahrzehntelang wurde das Wirtschaftswachstum von immer hoeherer Verschuldung getrieben. Nun ist die Kreditblase endlich vor vier Jahren geplatzt und dann erwarten die Amerikaner dass es Ihnen heute besser geht als vor vier Jahren!!?? Auf welchem Planeten leben die eigentlich? Wieso kann den Amis keiner mal erklaeren, dass man nicht ewig auf Pump leben kann. Irgendwann ist Payback Time und das Wirtschaftswachstum und der Wohlstand wird unweigerlich stagnieren. Aber die haben schon den naechsten Trick parat. Bernanke wird bald wieder die Notenpresse anwerfen um wieder ein kurzfristiges Strohfeuer zu erzeugen. Die Unterschicht wird dann bei hoeherer Inflation die groesste Belastung haben und die Gesellschaft wird sich weiter in arm und reich spalten. Das ironische dabei ist, dass die meisten Nobelpristraeger fuer Wirtschaft aus den USA kommen!

VieleWorteOhneMessbares

04.09.2012, 11:56 Uhr

In der BUSH-Regierung verschuldete sich die Regierung auf das Äußerste. Die Ausgaben explodierten, die Einnahmen gingen zurück, es wurde industriell ausgelagert was möglich war und der Handel stellte sich noch deutlicher auf Importware um. Die Gewinnspannen im Handel mit Importware war hoch und "made in Asia" ersetzte viele Dinge der durchschnittlichen US-Bürger. Es gab in einer Übergangszeit mit höherer US-Beschäftigung "mehr Ware für weniger Dollar" - aber nur solange bis sich die inländischen Jobs auf die neue Importoffensive umstellten. Danach gab es noch mehr Billigjobs, mehr Arbeitslose und weniger Fabriken.

Die Republikaner haben entscheidend zum Ansehensverlust der USA beigetragen, indem die Elite schnell viel Geld mit wenig Arbeit verdienen wollte. Das geht mit "Handel" besser, als mit eigenen Fabriken in den USA (zu viel Risiko, zu viel Arbeit, zu viel Konkurrenz) ... und wer will sich schon gerne anstrengen. Leichtes Geld verdienen - ohne große Mühe - war und ist es noch - die Alternative.

Wenn interessiert es schon, ob der Durchschnittsbürger an dem neuen Geschäftsmodell arbeitsplatzmäßig zerbrechen wird ?

Beim US-Bürger auf die patriotische Art zu kommen ist dagegen einfach, billig und hocheffizient. Es schafft Wählerstimmen ohne nur irgendeine Gegenleistung vesprechen zu müssen.

Account gelöscht!

04.09.2012, 12:18 Uhr

Man darf dem eigentlichen US Bürger keine Schuld geben...die werden dort von Medien, Staat und co. verarscht bis aufs letzte und man glaubt tatsächlich dass ein Obama und co. irgendwas tut was diesem Volk etwas bringt...völliger Irrsinn und das sieht jeder der mal schaut was es dem Durchschnittsami gebracht hat....Ausser Elend haben ALLE Politiker NICHTS gebracht.

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