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07.06.2011

20:20 Uhr

USA-Besuch

Merkel und Obama wollen Euro-Schuldensumpf trockenlegen

Krisen schweißen zusammen: So auch US-Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel. Gemeinsam wollen sie die Schuldenkrise in der Eurozone eindämmen. Deutschland nimmt dabei für Obama eine Schlüsselrolle ein.

Man versteht sich: Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama bei einem gemeinsamen Abendessen. Quelle: Reuters

Man versteht sich: Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama bei einem gemeinsamen Abendessen.

Washington Koordinierte Anstrengungen seien für die konjunkturelle Erholung weltweit bedeutsam, sagte Obama am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kanzlerin in Washington. „Deutschland ist dabei ein Schlüsselland“, betonte Obama mit Blick auf die Debatte über zusätzliche Finanzhilfen für das überschuldete Griechenland.

Merkel und Obama betonten ihre Übereinstimmung darin, dass die Krise eingedämmt werden müsse. Der US-Präsident wies der Kanzlerin hier eine entscheidende Rolle zu. „Ich vertraue darauf, dass die deutsche Führung und die Hilfe anderer uns auf den Weg bringen werden, der Griechenland wieder Wachstum bringt.“ Dafür seien aber Zeit und Geduld nötig. Hintergrund ist das Drängen der US-Regierung, Griechenland auf jeden Fall zu helfen, weil man nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers eine neue Finanzkrise befürchtet.

Großauflauf bei der Ankunft Merkels vor dem Weißen Haus. Quelle: Reuters

Großauflauf bei der Ankunft Merkels vor dem Weißen Haus.

„Wir sind uns unserer Verantwortung für die Weltwirtschaft bewusst“, betonte auch Merkel. „Wenn der Euro als Ganzes in Gefahr ist, ist es das deutsche Interesse zu helfen, um den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu gefährden.“ Es gebe eine europäische Verantwortung, die man gemeinsam mit dem IWF wahrnehme. Der US-Präsident betonte, sein Land sei bereit zu helfen, entweder bilateral oder über den Internationalen Währungsfonds, dessen größter Anteilseigner die USA sind.

Merkel pocht auf nachhaltige Hilfen

Zugleich verteidigte Merkel aber den deutschen Ansatz, im Gegenzug für Hilfe auf steigende Wettbewerbsfähigkeit der in Not geratenen Euroländer zu achten. Die Hilfe müsse nachhaltig sein. „Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit Europas“, betonte sie und verwies auf die zunehmende Konkurrenz der Schwellenländer. Angesichts der Ängste, die Bundesrepublik könne sich von einem proeuropäischen Kurs entfernen, betonte sie zugleich: „Für Deutschland ist Europa nicht nur unverzichtbar, sondern Teil unsere Identität.“

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US-Präsident und Bundeskanzlerin mühen sich, dass angespannte Verhältnis aufzulockern.

Zurückhaltend äußerte sich Obama zu der etwa vom Bundesfinanzministerium forcierten Idee, dass sich auch private Gläubiger „freiwillig“ an der Lösung des griechischen Schuldenproblems beteiligen sollen. Sicher sollten sich die Banken mit den Regierungen zusammensetzen, um zu prüfen, ob sie einen Beitrag leisten können. „Aber eine Spirale der Zahlungsunfähigkeit wäre eine Katastrophe“, mahnte Obama. Hintergrund ist die Mahnung etwa von Ratingagenturen, dass bereits die Verlängerung von Griechenlandanleihen als Staatsbankrott, gewertet werden müsse.

 

Von

rtr

Kommentare (23)

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Sepp

07.06.2011, 21:28 Uhr

„Wir sind uns unserer Verantwortung für die Weltwirtschaft bewusst“,

Oweia. Das klingt teuer.

Letzes Jahr hat sie sich von Sarkozy vereppeln lassen. Dieses Jahr wird sie das wieder passieren. Die Zeche zahlt der deutsche Steuerzahler.

Eine Staatspleite wäre für Deutschland billiger als diese Schwachsinnigen Bailouts. Argentinien ist auch Pleite gegangen ohne das dies das Brasilianische Wchstum in irgendeiner Weise beeinträchtigt hat.

Account gelöscht!

07.06.2011, 21:52 Uhr

"Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit Europas"



Das vorhandene Humankapital ist zu niedrig, das wird nichts.
Es gibt 2 Zahlungmittel die man nicht drucken kann, Gold und Humankapital.

Rheinschiffer

07.06.2011, 22:03 Uhr

Humankapital ist nicht mehr ausschlaggebend in einer Welt in der jederzeit Manpower durch Robotk ersetzt werden kann.Gold befindet sich in gelöstem Zustand in quasi unendlicher Menge in den Weltmeeren.Die kostendeckende Extrahierung hängt nur von entsprechendem Energieeinsatz ab.Auch dies wird kommen.

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