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12.04.2012

13:14 Uhr

USA

Connecticut votiert für Ende der Todesstrafe

Die Abgeordneten des US-Bundesstaates Connecticut haben für eine Abschaffung der Todesstrafe gestimmt. Damit wird Connecticut der 17. Staat in den USA, der die Strafe abschafft.

Der US-Bundesstaat Connecticut will die Todesstrafe abschaffen. dapd

Der US-Bundesstaat Connecticut will die Todesstrafe abschaffen.

HartfordNach Jahren fehlgeschlagener Versuche haben die Abgeordneten von Connecticut für die Abschaffung der Todesstrafe in dem US-Staat votiert. Nach dem Senat stimmte am Mittwoch auch das Repräsentantenhaus von Connecticut einer entsprechenden Gesetzesvorlage zu. Nach einer Debatte, die sich über fast zehn Stunden hinzog, unterstützten die Abgeordneten das Vorhaben mit 86 zu 62 Stimmen. Gouverneur Dannel Malloy hat bereits angekündigt, das Gesetz zu unterschreiben. Damit wäre es gültig und Connecticut der 17. Staat der USA, der die Todesstrafe abschafft.

„Wir haben ein System, das es uns erlaubt, diese Leute lebenslang wegzuschließen, unter Bedingungen, die niemand von uns erleben will“, erklärte Malloy nach der Abstimmung. Das Gesetz gilt allerdings nicht rückwirkend und damit nicht für die elf Männer, die derzeit in den Todeszellen des Staates sitzen.

In den vergangenen fünf Jahren haben vier US-Staaten die Todesstrafe abgeschafft: New Mexico, Illinois, New Jersey und New York. Vorschläge zur Aufhebung liegen aber auch in mehreren weiteren Staaten vor, darunter Kansas und Kentucky. In Kalifornien haben die Befürworter einer entsprechenden Initiative bereits genügend Unterschriften gesammelt, sodass hier für November eine Abstimmung über die Abschaffung der Todesstrafe entschieden werden könnte.

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In Connecticut kam die Todesstrafe in 51 Jahren nur einmal zur Anwendung. 2005 wurde der Serienmörder Michael Ross hingerichtet, nachdem er kein Gnadengesuch mehr eingereicht hatte. Er erklärte, dies sei er den Familien der Getöteten schuldig. Der 45-Jährige hatte acht Morde an Mädchen und jungen Frauen in den 80er-Jahren gestanden. Seine Familie und Gegner des Todesstrafe hatten bis zuletzt versucht, die Hinrichtung zu verhindern.

Von

dapd

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

12.04.2012, 13:38 Uhr

Ein weiterer kleiner Schritt in Richtung zivilisierte Gesellschaft.

Die Todesstrafe -wenn es denn wirklich lebenslange Trennung von der Gesellschaft gibt- bewirkt garnichts, denn

- die Todesstrafe schreckt nicht ab, das ist nachgewiesen
- Justizirrtümer -häufig gerade in den USA!- werden so unkorrigierbar und
- die Todesstrafe kann auch politisch mißbraucht werden. Und wurde auch: unter Hitler/Freisler gab es über 4500 Todesurteile.
- die Todesstrafe sollte man dem Islam überlassen, in christlichen Gesellschaften ist sie ethisch/moralisch unverantwortbar.

Torsten_Steinberg

12.04.2012, 15:11 Uhr

Auch ich begrüße es, wenn ein weiterer Staat die Todesstrafe abschafft. Den Unterschied, den tabascoman in dieser Hinsicht zwischen christlich und islamisch geprägten Staaten sieht, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.

Wenn ich aus ethischen Gründen die Todesstrafe ablehne, spielt es doch keine Rolle, ob ein Christ oder Moslem sie vollzieht, auch nicht, ob sie an einem Christen oder einem Moslem vollstreckt wird. Und ist es denn ethisch eher vertretbar, dass ein Christ als Täter oder als Opfer in einem islamisch geprägten Land mit der Todestrafe konfrontiert wird, als wenn solches in einem christlich geprägten Land geschieht?

Ich möchte auch darauf aufmerksam machen, dass es mit der Türkei ein einflussreiches, islamisch geprägtes Land gibt, das die Todesstrafe sehr wohl abgeschafft hat, und andere, in denen sie nicht mehr vollstreckt wird. Überwiegend sind es zwar christlich geprägte Länder, die aktuell von der Todesstrafe Abstand genommen haben, doch werden wir mit einem Blick auf die Geschichte zugeben müssen, dass gerade die römisch-katholische Kirche nicht hier und da mal ausnahmsweise, sondern über sehr lange Zeitspannen eine derart unrühmliche Rolle in Bezug auf Strafverfolgung und Todesstrafe gespielt hat, dass es ihr als letzter zusteht, eine ethische Überlegenheit beanspruchen zu wollen.

Account gelöscht!

12.04.2012, 15:23 Uhr

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