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19.11.2011

09:13 Uhr

USA

Ein Präsident ohne Herausforderer

VonMarkus Ziener

Obamas Charisma ist verblasst - trotzdem muss der glücklose US-Präsident derzeit keine Angst haben abgelöst zu werden. Denn der Gegenseite fehlen geeignete Kandidaten und ihr Vorwahlkampf ist bislang eine Zumutung.

Präsident Barack Obama während einer Konferenz. Reuters

Präsident Barack Obama während einer Konferenz.

WashingtonEinen Präsidenten zu stürzen, der zur Wiederwahl antritt, gelingt nur selten in den USA. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist das gerade zweimal geschehen, bei Jimmy Carter und George H. W. Bush. Gerald Ford ist eine Ausnahme, die hier nicht zählt, weil er nur Nachrücker war, zu kurz amtierte und wegen Nixons Watergate im Grunde keine Chance hatte.

2012 allerdings stehen die Chancen gut, dass sich das Kunststück wiederholt - zumindest im Prinzip. Denn mit Barack Obama stellt sich ein Präsident zur Wahl, dessen Charisma verblasst ist und der ein Land regiert, das in ökonomischer Agonie liegt, geplagt von Rekordschulden und Rekordarbeitslosigkeit. Nur: Die Republikaner haben offenbar keine rechte Lust, Obama abzulösen. Denn was sie in diesem Vorwahlkampf bislang abliefern, ist - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nichts anderes als eine Zumutung. Es ist eine Sache, dass sich nahezu alle Schlüsselkandidaten durch verbale Ausfälle, gedankliche Aussetzer oder schlichtweg Ignoranz selbst demontieren.

Allen voran dabei der ehemalige Chef einer Pizzakette, Herman Cain, und der texanische Gouverneur Rick Perry, deren Schnitzer inzwischen zu viele sind, um sie hier aufzulisten. Viel interessanter jedoch ist die Frage, warum die Konservativen kaum echte personelle Alternativen zu bieten haben, warum dieser parteiinterne Ausscheidungskampf diesmal so trist und intellektuell bedrückend ausfällt.

Eine Antwort darauf liegt in der Existenz der Tea-Party-Bewegung, die seit rund zwei Jahren die Republikanische Partei spaltet. Die Fundamentalkonservativen haben zwar keinen eigenen Kandidaten an die Spitze gebracht. Denn schnell hat sich herausgestellt, dass die Tea-Party-Ikone Michelle Bachman nicht über die inhaltliche Substanz verfügt, die für eine solche Kandidatur nötig ist. Doch die Tea-Party hat dafür gesorgt, dass moderate Republikaner diesem Wahlkampf lieber fernbleiben oder ohne Chance sind. Die Gouverneure Mitch Daniels aus Indiana und Chris Christie aus New Jersey haben den Wettbewerb gleich gemieden. Tim Pawlenty aus Minnesota warf früh das Handtuch, Jon Huntsman aus Utah ist zwar noch im Rennen, aber bekleidet lediglich die Rolle des anständigen, aber harmlosen Zwischenrufers.

Geblieben sind krasse Außenseiter, schräge Quer- und Späteinsteiger - und Mitt Romney. Auf dem einstigen Gouverneur von Massachusetts ruhen nun alle republikanischen Hoffnungen. Er ist zwar in der Partei der Republikaner wenig beliebt, aber Romney agiert zumindest professionell. Er hat sich verbal im Griff und verfügt über mehr Weltläufigkeit als die meisten anderen Kandidaten. Und er hat der Versuchung widerstanden, sich politisch so weit rechts zu verorten, dass ihn dies später, sollte er regieren dürfen, sämtliches Vertrauen kostet. Romney allein wird zugetraut, Obama ernsthaft gefährden zu können.

Kommentare (5)

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alfman1961

19.11.2011, 09:30 Uhr

langweiliges mainstream-gewäsch.
hat der amtierende präsident diese unterwürfige werbe-aktion so dringend nötig?
viele werden sich noch wundern: Ron Paul 2012

knower

19.11.2011, 11:34 Uhr

Hah! Hab ich auch gedacht. Sinnvollster Kandidat sauber ausgeblendet. Mal wieder. Ron Paul

BuergeJoerg

19.11.2011, 12:24 Uhr

Unglaublich!

Wer noch Zweifel hatte, daß die Mainstream-Medien gleichgeschaltet sind, hat hier erneut ein wunderbares Beispiel.

In den US-Medien amüsiert man sich teilweise bereits über den "black out" von Ron Paul.

Die Republikaner haben mit Ron Paul einen Kanditaten, der sich seit Jahrezehnten nachweisbar treu geblieben ist. Aktuell liegt er bei Bloomberg auf Rang zwei.

Und was macht das Handelsblatt?

Erwähnt ihn mit keinem Wort!

Nur noch peinlich!

Dabei ist die Wahl des US-Präsidenten für die ganze Welt von Bedeutung. Und uns allen könnte nichts Besseres passieren als Ron Paul.

Aber seine Forderungen:

Untersuchen und beenden der FED
Kein "Nationbuilding"
Verfassung, Verfassung und nochmals Verfassung
Ausgabenschnitt von 1 (echten) Billion im ersten Jahr.
Auflösen von 5 Ministerien

Sind dem Handelsblatt wohl zu substanzlos oder zu gefährlich?

Wer sich über Ron Paul informieren will: wwww.ronpaul.com

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