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08.05.2014

08:19 Uhr

USA erlassen Sanktionen

Amnesty berichtet von Gräueltaten im Südsudan

Die USA wollen ein Zeichen setzen und belegen Vertreter beider Konfliktparteien im Südsudan mit Sanktionen. Ein Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty dokumentiert brutale Attacken auf Zivilisten.

Soldaten im Südsudan: Die USA haben gegen zwei Kommandeure Sanktionen ausgesprochen. dpa

Soldaten im Südsudan: Die USA haben gegen zwei Kommandeure Sanktionen ausgesprochen.

WashingtonDie USA haben zwei militärische Befehlshaber im blutigen Konflikt im Südsudan mit Sanktionen belegt. Mögliche Konten der Betroffenen bei amerikanischen Banken werden damit gesperrt, zudem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mehr mit ihnen machen. Beide hätten zu „unbegreiflicher Gewalt“ gegen Zivilisten gegriffen, sagte US-Außenminister John Kerry zur Begründung der Sanktionen.

Betroffen sind nach Angaben des US-Finanzministeriums der Kommandeur der Regierungstruppen Marial Chanuong und Peter Gaget auf Rebellenseite. Chanuong soll gewaltsame Angriffe gegen Zivilisten in der Hauptstadt Juba angeführt haben. Gaget habe Rebellentruppen bei einem Angriff auf die Stadt Bentiu kommandiert, bei dem mehr als 200 Zivilisten umgekommen seien, teilte das US-Finanzministerium mit.

Im Südsudan tobt seit Mitte Dezember ein Konflikt, der auch ethnische Hintergründe hat. Washington macht sich für eine Durchsetzung des Waffenstillstandsabkommens und einen Friedensplan stark. Die Sanktionen sollten ein Signal für diejenigen sein, die einer friedliche Lösung im Weg stünden, hieß es in Washington.

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Laut Amnesty International begehen die Konfliktparteien trotz der internationalen Friedensbemühungen weiterhin schreckliche Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Bei den ethnisch motivierten Attacken handele es sich um unfassbar brutale Verbrechen gegen die Menschlichkeit, warnte die Menschenrechtsorganisation in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. „Kinder und schwangere Frauen wurden vergewaltigt und alte, hilflose Menschen in ihren Krankenhausbetten erschossen“, heißt es in dem Dokument.

Amnesty-Mitarbeiter hatten zuvor mit zahlreichen direkt von der Gewalt betroffenen Zivilisten über deren Erlebnisse gesprochen. Sie hatten unter anderem die seit Monaten umkämpften Städte Bor, Bentiu und Malakal besucht. Regierungstruppen und Milizen der Opposition wollen sich dort die Kontrolle über die Ölfelder sichern.

Von

dpa

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