Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.06.2013

06:23 Uhr

USA erzürnt

NSA-Whistleblower Snowden ist untergetaucht

Für die USA ist er eine tickende Bombe, und nun eine, von der man keine Ahnung hat, wo sie ist. Edward Snowden, der seine Enthüllungen lange geplant haben will, ist weiterhin auf der Flucht. Die USA verlieren die Geduld.

Whistleblower

Rätselraten um Snowden

Whistleblower: Rätselraten um Snowden

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Moskau/WashingtonZwei Tage nach seiner Flucht von Hongkong nach Moskau fehlt von dem Ex-US-Geheimdienstler Edward Snowden jede Spur. Der 30-Jährige, der in den vergangenen Wochen umfangreiche Abhöraktionen amerikanischer und britischer Geheimdienste öffentlich gemacht hatte, war nicht in einem Flugzeug nach Kuba. Dies bestätigen russische Journalisten, die sich ebenfalls in dem Flugzeug befanden.

Der Pilot sagte nach dem Flug zu Fotografen: „Kein Snowden, nein.“ Zuvor hatte es in Kreisen der russischen Fluggesellschaft Aeroflot geheißen, der Informant habe ein Ticket für den Flug nach Havanna am Montag gebucht. Snowden hielt sich vermutlich weiterhin im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf.

Ursprünglich war vermutet worden, dass Snowden, der von den US-Behörden unter anderem wegen Geheimnisverrats gesucht wird, über Havanna nach Ecuador reisen wollte, wo er nach Angaben der dortigen Regierung Asyl beantragt hat.

Die spektakulärere Flucht belastet das Verhältnis zwischen den beteiligten Großmächten: US-Außenminister John Kerry warnte China und Russland am Montag vor „Konsequenzen“. Das Weiße Haus forderte Moskau zur Auslieferung des 30-Jährigen auf.

Überwachung im Internet: So schlagen Sie den Schnüfflern ein Schnippchen

Überwachung im Internet

So schlagen Sie den Schnüfflern ein Schnippchen

Die Geheimdienste in den USA und Großbritannien überwachen das Internet in einem bislang ungeahnten Ausmaß. Doch Nutzer sind nicht wehrlos: Sie können anonym surfen – wenn sie bereit sind, auf Komfort zu verzichten.

Regierungssprecher Jay Carney sagte, man erwarte, dass Russland „alle vorhandenen Optionen betrachtet, um Snowden in die Vereinigten Staaten auszuweisen“. Er übte zugleich scharfe Kritik an Peking und sprach von einem „schweren Rückschlag“ für die Beziehungen.

US-Präsident Barack Obama sagte, die USA versuchten im Gespräch mit den betroffenen Ländern „sicherzustellen, dass das Recht zum Zuge kommt“. Allerdings nannte er keine Einzelheiten. Kerry hatte zuvor in Neu Delhi erklärt, es wäre „zutiefst beunruhigend“, wenn die Länder von Snowdens Reiseplänen gewusst und die von Washington angestrebte Auslieferung durchkreuzt hätten.

Auf seiner Flucht vor der US-Justiz bekommt „Whistleblower“ Snowden inzwischen aber auch Unterstützung aus der Bevölkerung. Mehr als 100.000 Menschen hatten bis zum Montag auf der Internetseite des Weißen Hauses eine Petition unterstützt, die eine sofortige und vollständige Straffreiheit für den „Nationalhelden“ fordert.

Dabei soll sich der US-Informant Snowden nach eigenen Angaben von vornherein mit der Absicht in den US-Geheimdienst eingeschleust haben, dessen Schnüffeleien im Internet aufzudecken. Allein aus diesem Grund habe er den Job als IT-Techniker bei der Beratungsfirma Booz Allen Hamilton angenommen, die im Auftrag des US-Geheimdienstes NSA an der Internet-Überwachung beteiligt war, zitierte ihn die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ vom Dienstag aus einem früheren Interview. Seine Arbeit habe ihm Zugang zu Listen mit gehackten Computern in der ganzen Welt verschafft. „Deswegen habe ich die Position vor rund drei Monaten angenommen.“

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

24.06.2013, 19:58 Uhr

China liefert einen Verbrecher nicht aus und riskiert ein schlechteres Verhältnis zu Amerika? Lustig. Die USA spionieren die ganze Welt aus und riskieren ein schlechteres Verhältnis zum Rest der Welt.

Account gelöscht!

24.06.2013, 21:04 Uhr

Der demokratischen Staat USA fordern die Auslieferung von Snowden der entlarvt hat wie die USA undemokratischen und mit Stasi-Methoden die Bürger in aller Welt ausschnüffelt. Das Ganze ist ein Treppenwitz der Geschichte und solange dieses scheinheilige Land so weiter macht nimmt es keiner mehr ernst.

Account gelöscht!

24.06.2013, 21:07 Uhr

Snowdens wird unbewusst zum Pfand, USA lassen Syrien in Ruhe und USA bekommt Snowdens.
So läuft der Deal, und eines sollten sich die Angelsachsen merken, .. Wer anderen eine Grube gräbt...fällt selbst hinein. Und dann noch Drohgebärden gegen Russland und China auszusprechen, zeigt von Hilflosigkeit. Die Militärausgaben von Russland und China stellen die Foodfresser Angelsachsen in den Schatten. Oder Obama heult besser in Tel Aviv.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×