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22.06.2017

06:28 Uhr

USA

FBI stuft Angriff an US-Airport als Terrorattacke ein

Ein Mann sticht am Flughafen von Flint im US-Staat Michigan einem Polizisten in den Hals. Der Angreifer aus Kanada soll dabei „Gott ist groß“ auf Arabisch gerufen haben. Das FBI nimmt Terrorermittlungen auf.

USA

Angriff in Michigan: FBI spricht von Terrorakt

USA: Angriff in Michigan: FBI spricht von Terrorakt

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FlintNach einem Messerangriff auf einen Polizisten am Flughafen von Flint im US-Staat Michigan hat ein Gericht Untersuchungshaft für den Verdächtigen angeordnet. Der 49-Jährige sei am Mittwoch nach dem Vorfall zu einer Anhörung erschienen, die Staatsanwaltschaft gab zunächst eine Strafanzeige wegen unrechtmäßiger Gewaltanwendung heraus. Das FBI behandelt die Messerstecherei als Terrorattacke. Der Polizist erlitt durch den Angriff Stichwunden am Hals, laut Polizei war er in stabilem Zustand.

Der aus dem französischsprachigen Québec stammende Mann soll im Laufe der Attacke zudem etwas über in Syrien, Irak und Afghanistan getötete Menschen gerufen haben. Augenzeugen sagten zudem, der Angreifer habe während des Vorfalls „Allahu Akbar“, arabisch für „Gott ist groß“, gerufen. Einem Medienbericht zufolge hat der Verdächtige die kanadische und tunesische Staatsbürgerschaft und lebte die vergangenen zehn Jahre mit seiner Frau und drei Kindern in Montreal.

Der zuständige FBI-Ermittler David Gelios beschrieb den mutmaßlichen Angreifer als „einsamen Wolf“, der vermutlich allein gehandelt habe. Es gebe keine Informationen darüber, dass er speziell trainiert worden sei. Der Mann sei kooperativ und spreche mit den Ermittlern.

Donald Trump über Muslime und den Terror

7. Dezember 2015

„Donald J. Trump fordert einen kompletten Stopp der Einreise von Muslimen in die USA, bis die Vertreter unseres Landes herausfinden, was hier vor sich geht.“ (Trump als Präsidentschaftsbewerber)

29. Januar 2017

„Um das klarzustellen, das ist kein Muslimbann, so wie es die Medien fälschlicherweise berichten.“ (als Präsident zum von ihm erlassenen Einreiseverbot)

22. März 2016

„Inkompetente Hillary (Clinton). Trotz des schrecklichen Anschlags in Brüssel heute will sie schwache und offene Grenzen und die Muslime hereinströmen lassen. Auf keinen Fall!“ (nach dem Terroranschlag von Brüssel auf Twitter)

19. Oktober 2016

„Hillary (Clinton) hat nach 550 Prozent mehr syrischen Einwanderern gerufen, aber von radikalen islamischen Terroristen spricht sie nicht.“ (Trump auf Twitter)

16. November 2015

„Wir müssen die Moscheen beobachten und studieren, denn dort gibt es eine Menge Gerede (...) Aus dieser Richtung kommt absoluter Hass, dieser Hass ist unglaublich. Er ist fest verwurzelt (...) Der Hass ist stärker als wir uns vorstellen können.“ (In einem Interview mit dem Sender MSNBC)

22. November 2015

„Da waren Leute in New Jersey, die zusahen, große Teile der arabischen Bevölkerung, die gejubelt haben, als die Gebäude zusammenstürzten.“ (In einem Interview des Senders ABC zum angeblichen Jubel von Muslimen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001)

9. März 2016

„Ich denke, der Islam hasst uns.“ (In einem Interview des Senders CNN.)

10. Dezember 2015

„In Großbritannien gehören mehr Muslime dem IS an als der britischen Armee.“ (Trump auf Twitter)

28. Februar 2017

„Wir werden mit unseren Partnern zusammenarbeiten, einschließlich unseren Freunden und Verbündeten in der muslimischen Welt, um diesen schändlichen Feind vom Antlitz unserer Erde auszulöschen.“ (Vor dem US-Kongress zum Kampf gegen den Islamischen Staat)

Die Staatsanwaltschaft kann noch weitere mutmaßliche Vergehen zu der Strafanzeige hinzufügen, während sie an der Ausarbeitung einer Anklage sitzt. Über deren Zulassung entscheidet später eine Jury. Die Untersuchungshaft wurde zunächst bis zum kommenden Mittwoch verhängt.

Laut FBI betrat der Verdächtige die USA am 16. Juni legal und kam am Mittwochmorgen am Bishop Flughafen in Flint an. Zunächst habe er sich eine gewisse Zeit in öffentlichen Bereichen des Airports aufgehalten, später sei er aus einem Badezimmer gerannt und habe den Polizisten mit einem Messer attackiert, dessen Klinge 20 Zentimeter lang war.

Das Weiße Haus erklärte, US-Präsident Donald Trump sei über den Zwischenfall informiert worden. Sein Justizminister Jeff Sessions teilte mit, er sei stolz auf die rasche Reaktion der amerikanischen und kanadischen Behörden. Nach der Tat wurde der Flughafen geräumt und durchsucht. Es seien keine weiteren Bedrohungen festgestellt worden, erklärte Polizeichef Mike Shaw.

Indes durchsuchte die Polizei in Kanada eine Wohnung in Montreal. Fernsehaufnahmen zeigten, wie die Einsatzkräfte mindestens eine Person aus einem Gebäude begleiteten, in dem der Verdächtige vermutlich lebte.

Die Behörden in Flint verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen rund um das einige Kilometer entfernte Rathaus. Bürgermeisterin Karen Weaver sagte, die Situation sei unter Kontrolle. Flint liegt etwa 80 Kilometer nordwestlich von Detroit.

Von

ap

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