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07.01.2010

07:39 Uhr

USA

Flugzeug-Attentäter von Detroit offiziell angeklagt

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab ist jetzt offiziell wegen des versuchten Anschlags auf eine US-Passagiermaschine kurz vor der Landung in Detroit angeklagt worden. Einer der Anklagepunkte: versuchter Mord in 289 Fällen. Derweil wurde ein US-Flugzeug umgeleitet, nachdem sich ein Passagier verdächtig verhalten hatte.

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab muss sich vor Gericht verantworten. ap

Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab muss sich vor Gericht verantworten.

HB WASHINGTON/SAN FRANCISCO. Eine Grand Jury als Anklagekammer entschied am Mittwoch, dass sich der 23-Jährige in sechs Punkten vor Gericht verantworten soll. Ihm droht lebenslange Haft. Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit eine Delta/Northwest-Maschine mit Sprengstoff in die Luft zu jagen, den er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt hatte. Im Flugzeug befanden sich 279 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder.

US-Justizminister Eric Holder sagte, die Ermittlungen gingen in schnellem Tempo voran. Sie seien global, dauerten an und hätten bereits wertvolle geheimdienstliche Erkenntnisse erbracht. Holder kündigte zugleich an: „Jeder, der sich als verantwortlich für diese Attacke herausstellt, wird mit jedem unserer Regierung zur Verfügung stehenden Mittel, militärisch oder zivilrechtlich, zur Verantwortung gezogen.“

Die Anklage gegen Abdulmutallab wurde bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht. Demnach wird ihm neben versuchten Mordes hauptsächlich versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe angelastet. Schon der letzte Punkt könnte ihm im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft einbringen. Abdulmutallab soll ferner wegen vorsätzlichen Versuchs der Zerstörung eines Flugzeuges und wegen der gezielten Platzierung von Sprengstoff an Bord zur Rechenschaft gezogen werden. Die beiden letzten Anklagepunkte beziehen sich auf den „Besitz und die Verwendung von Sprengstoff zwecks Begehens einer Gewalttat“.

Der Prozesstermin steht noch nicht fest. Zunächst stehen eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen an, die erste davon voraussichtlich an diesem Freitag.

Wegen eines verdächtigen Passagiers ist am Mittwoch ein US-Flugzeug auf dem Weg nach Hawaii umgeleitet worden. Die Maschine mit 231 Passagieren an Bord sei sicher an den Startflughafen Portland im US-Bundesstaat Oregon zurückgekehrt, berichtete der Radiosender KCBS am Nachmittag. Das Flugzeug der Gesellschaft Hawaiian Airlines sei dabei von zwei Kampfjets eskortiert worden. Bei der Durchsuchung seien keine Waffen oder Sprengstoff gefunden worden, hieß es. Der Passagier wurde in Gewahrsam genommen. Einzelheiten über sein Verhalten oder die Verdachtsmomente, die zu der Umkehr der Maschine führten, wurden zunächst nicht bekannt. Der Zwischenfall ereignete sich etwa eine Stunde nach dem Start.

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