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10.07.2015

13:35 Uhr

USA

General hält Russland für größte Bedrohung des Landes

Russland, China, Nordkorea – laut einem hochrangigen US-General sind das die drei größten Bedrohungen für die USA. Erst an vierter Stelle nennt der designierte Generalstabschef die Terrormiliz Islamischer Staat.

Dunford, den Präsident Barack Obama als Nachfolger von Stabschef Martin Dempsey nominiert hat, sprach sich auch für die Lieferung von Waffen an die Ukraine aus. AFP

Joseph Dunford

Dunford, den Präsident Barack Obama als Nachfolger von Stabschef Martin Dempsey nominiert hat, sprach sich auch für die Lieferung von Waffen an die Ukraine aus.

WashingtonRussland und China sind nach Ansicht eines Top-Militärs eine noch größere Bedrohung für die USA als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). „Russland stellt die größte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit dar“, sagte der designierte Generalstabschef Joseph Dunford am Donnerstag bei einer Anhörung im Kongress. Die Atommacht könne die Souveränität von US-Verbündeten verletzen und sei eine „existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten“. Das Verhalten Moskaus sei „nichts weniger als alarmierend“, sagte er am Donnerstag vor dem Verteidigungsausschuss des US-Senats in Washington.

An zweiter Stelle folge China wegen dessen militärischer Fähigkeiten und seiner Präsenz im Pazifik. Grund sei aber auch der dortige Interessenkonflikt mit den USA. „Es heißt nicht, dass wir China als Feind betrachten.“ Die drittgrößte Bedrohung sei Nordkorea, weil dessen Raketen auch das amerikanische Festland treffen könnten.

Am meisten sorgt sich der General über noch unbekannte Bedrohungen. „Das, was mich nachts wachhält, ist die Frage unserer Fähigkeit, auf das Unerwartete zu reagieren“, sagte Dunford nach Angaben des Fachblatts „Military Times“. „Im Großen und Ganzen können unsere Streitkräfte mit den derzeitigen Herausforderungen umgehen.“ Es gebe jedoch wenig Restkapazität darüber hinaus, so der Vier-Sterne- General.

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Auch Luftwaffen-Staatssekretärin Deborah Lee James hatte Russland am Mittwoch als größte derzeitige Bedrohung der Vereinigten Staaten bezeichnet. Dazu sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag: „Wir sind über die künstlich erzeugte Atmosphäre der Feindseligkeit besorgt, die nichts mit der Realität, den Plänen und Handlungen Russlands zu tun hat. Wir haben uns schon an die regelmäßigen Äußerungen aus Washington gewöhnt, in welchen aus der Sicht der USA die Bedrohungen dieser Welt als größer oder als eher zweitrangig eingeschätzt werden.“

Dunford, den Präsident Barack Obama als Nachfolger von Stabschef Martin Dempsey nominiert hat, sprach sich auch für die Lieferung von Waffen an die Ukraine aus. Es sei angemessen, das Land etwa mit Panzerabwehrraketen auszustatten. „Ohne diese Art der Unterstützung werden sie nicht in der Lage sein, sich gegen russische Aggression zu verteidigen“, sagte der General.

Er soll im Herbst auf Dempsey folgen, sofern der Senat die Nominierung des 59-Jährigen bestätigt. Verteidigungsminister Ash Carter hat sich ebenfalls für Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Hans Henseler

10.07.2015, 17:09 Uhr

Eine "existenzielle Bedrohung" rechtfertigt natuerlich einen Praeventivkrieg. Nur gut, dass die USA
grundsaetzlich nur Laender angreifen von denen sie glauben, dass sie keine Paroli bieten koennen.
Aber Russland ist eine "regional power".

Walter Traustein

10.07.2015, 17:38 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

Herr Rudolf Ott

10.07.2015, 18:15 Uhr

Dass dieser General dien IS für nachrangig gefährlich hält, ist aus Sicht der Amis logisch. Denn der IS ist wohl zunächst auf Europa fixiert. Rußland , China und USA sind konkurrierende Mächte, wobei China demnächst knallhart an den Amis ökonomisch und politisch vorbeizieht . In Nordkorea herrscht ein Psychopath. Rußland ist eine alte europäische Größe, die mit den USA um Einfluss in Europa ringt. - Das ist grundsätzlich legitim. Rußland anektiert die Krimd, d ie USA dagegen in Vietnam, Afghanistan und dem Irak Wohlstand und Demokratie gebracht. Die meisten Menschen wollen nicht im "amerikanischen Paradies" leben, sondern flüchten, wenn es geht nach Europa. Großmächten ist allerdings eins gemeinsam: irgendwie leiden sie unter Paranoia.

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