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20.12.2012

06:37 Uhr

USA

Obama macht Ernst mit schärferen Waffengesetzen

Nach dem Amoklauf in Newtown zeigt sich US-Präsident Barack Obama nun offenbar wild entschlossen, die Waffengesetze zu verschärfen. „Diesmal müssen die Worte zu Taten führen“, sagte Obama.

Barack Obama will sich mit der Waffenlobby anlegen. dapd

Barack Obama will sich mit der Waffenlobby anlegen.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama will nach dem Massaker in der Grundschule in Newtown rasch strengere Waffengesetze auf den Weg bringen. Bereits im Januar wolle er den Abgeordneten im Kongress konkrete Vorschläge vorlegen, wie die Waffengewalt in den USA eingedämmt werden könne, sagte Obama nun. "Es ist an der Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen." Mit der Ausarbeitung der Vorschläge beauftragte er Vizepräsident Joe Biden.

Sobald die Entwürfe vorlägen, werde er den Gesetzgebungsprozess "ohne Verzögerung" anstoßen. Das Problem sei komplex, aber "wir haben alle die Verpflichtung, etwas zu tun", sagte der Präsident. Am vergangenen Freitag hatte ein 20-Jähriger im US-Staat Connecticut zunächst seine Mutter, dann in einer Grundschule 20 Kinder sowie sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen.

Nach Amoklauf von Newtown: Obama will Sturmgewehre verbieten

Nach Amoklauf von Newtown

Obama will Sturmgewehre verbieten

Der US-Präsident unterstützt eine Initiative einer demokratichen Senatorin.

Die Bluttat sei ein "Weckruf für uns alle gewesen", sagte der Präsident. Er rief den Kongress auf, noch vor der Ausarbeitung der Vorschläge ein 2004 ausgelaufenes Gesetz zum Verkaufsverbot von Sturmgewehren an Zivilisten wieder einzuführen. Zudem trete er für eine Regelung ein, die den Verkauf von Waffen durch Privathändler ohne eine Überprüfung der Käufer generell untersagt. Damit solle eine Gesetzeslücke geschlossen werden, die bislang den ungeregelten Verkauf auf Waffenmessen ermöglicht.

Obama betonte allerdings, dass der zweite Verfassungszusatz, der das Recht auf Waffentragen festschreibt, nicht zur Debatte stehe. „Wie die Mehrheit der Amerikaner glaube ich, dass der Zweite Verfassungszusatz das individuelle Recht auf Waffentragen garantiert.“

Amokläufe an amerikanischen Schulen und Universitäten

20. April 1999 - Littleton

Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.

21. März 2005 - Minnesota

Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

12. Oktober 2006 - Pennsylvania

Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

16. April 2007 - Blacksburg

Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.

10. Oktober 2007 - Cleveland

Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

14. Februar 2008 - Illinois

Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

3. April 2012 - Kalifornien

Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

Zugleich machte Obama klar, dass Fortschritte schwierig sein werden, „doch das darf nicht länger eine Entschuldigung für Nichsttun sein“. Es gehe aber nicht nur neue Waffengesetze. Es gehe auch um „eine Kultur, die allzu oft Schusswaffen und Gewalt glorifiziert“.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

19.12.2012, 21:32 Uhr

Ach was! Man soll also alles auf den Fiscal cliff beziehen. Wissen Sie, manchmal muss man mehrere Sachen gleichzeitig machen. Seit der Anfang seiner Presidentschaft sind mehr Amerikaner durch illegal erworbene Waffen als im Vietnam-Krieg. Es gibt eine regelrechte Explosion wenn es um Schießereien an öffentlichen Plätzen geht. Bei Clinton waren es 2 in 8 Jahren, bei Obama 5 in seiner ersten Amtszeit. Es ist richtig dass die US Administration etwas dagegen unternehmen will.

hasstnicht

19.12.2012, 22:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Sixpack

19.12.2012, 23:32 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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