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22.10.2011

15:41 Uhr

USA

Republikaner machen Front gegen Irak-Abzug

Bis Jahresende will US-Präsident Obama alle Truppen aus dem Irak abziehen. Das ruft die sonst so zerstrittenen republikanischen Präsidentschaftskandidaten für die Wahl 2012 zur Einigkeit auf. Sie kritisieren den Plan.

US-Soldaten sollen bis Ende des Jahres den Irak verlassen. dpa

US-Soldaten sollen bis Ende des Jahres den Irak verlassen.

Washington/BagdadUS-Präsident Barack Obama ist mit seinem Irak-Abzugsplan zum Jahresende auf massive Kritik im Republikaner-Lager gestoßen. Die konservativen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2012 warfen ihm vereint Opportunismus und verantwortungsloses Handeln vor. Bei den Demokraten erntete Obama dagegen erwartungsgemäß Zustimmung.

Obama hatte am Freitag angekündigt, dass praktisch alle noch im Irak stationierten 39.000 US-Soldaten zu Weihnachten heimkehren sollen. Nur noch ein kleines Kontingent von etwa 160 Marineinfanteristen soll bleiben, hauptsächlich zum Schutz der diplomatischen Vertretungen im Land.

Den Abzugstermin hatte ursprünglich Obamas republikanischer Vorgänger George W. Bush mit der irakischen Regierung vereinbart. Obama war bereit, über das Jahresende hinaus ein Kontingent von mehreren tausend Soldaten zur Unterstützung der irakischen Sicherheitskräfte im Land zu belassen, wenn die Führung in Kabul dies wünsche. Eine Übereinkunft darüber war aber daran gescheitert, dass Regierungschef Nuri al-Maliki bei seinen eigenen Kritikern keine Immunitätszusage für noch verbleibende US-Soldaten durchsetzen konnte.

Al-Maliki nannte den US-Abzug am Samstag vor Journalisten in Bagdad eine „historische Chance für das irakische Volk“. Jetzt beginne eine neue Phase der Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten auf der Basis gegenseitigen Respekts. „Der Abzug der US-Truppen beseitigt alle Rechtfertigungen des Blutvergießens im Irak von terroristischen Gruppen“, sagte der Regierungschef weiter.

Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber gingen in ihrer Kritik nicht auf Bushs Rolle beim Abzugstermin ein. Dagegen kreideten sie Obama unisono an, dass er mit seinem Schritt die im Irak erzielten Fortschritte aufs Spiel setze.

Diese seien mit dem „Blut und den Opfern“ tausender Amerikaner erreicht worden, zitierte die „Washington Post“ beispielsweise den Exgouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, derzeit der aussichtsreichste Anwärter auf die republikanische Spitzenkandidatur. Er sprach von einem „erstaunlichen Fehler“ Obamas, der unweigerlich die Frage aufwerfe, „ob diese Entscheidung das Resultat nackten politischen Kalküls oder schierer Unfähigkeit beim Verhandeln ist“.

Der texanische Gouverneur Rick Perry äußerte sich der Zeitung zufolge „zutiefst besorgt“ darüber, dass Obama politischen Erwägungen und nicht „solidem militärischen Urteil“ gefolgt sei. Die Abgeordnete Michele Bachmann wertete Obamas Absicht als „neues Zeichen politischer Schwäche“. Herman Cain, früherer Chef einer Pizza-Restaurantkette, hält den Abzug schlicht für eine „dumme Sache“.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Torsten_Steinberg

22.10.2011, 16:56 Uhr

Hauptstadt des Irak ist immer noch Bagdad. Es wäre mehr als verwunderlich, wenn die Führung des Landes ausgerechnet nach Kabul (siehe Ihr Absatz 3) ins Exil gegangen wäre.

HelmutjosefWeber

22.10.2011, 16:56 Uhr

Naja- er wird die Soldaten im Irankrieg benötigen.

Viele Grüße
H. J. Weber

Realo

23.10.2011, 00:21 Uhr

Ja, denn die Republikaner wollen ja weiter Geld mit Fonds verdienen, die eigens dafür aufgelegt worden waren, Waffen-, Kriegsgerätehersteller im großen Stil zu finanzieren, erst recht, wenn Politiker diese Fonds zeichneten. Wer wird sich schon seine Goldquelle selber abstellen wollen.

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