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21.06.2012

22:01 Uhr

USA

Romney buhlt um Stimmen von Latino-Wählern

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner hat auf einer Latino-Konferenz in Florida um die Stimmen von Wählern mit lateinamerikanischen Wurzeln gebuhlt.

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. dapd

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney.

WashingtonBei einer Veranstaltung in Florida, Orlando warf US-Republikaner Mitt Romney am Donnerstag dem demokratischen Präsidenten Barack Obama vor, mit seiner Wirtschaftspolitik viele Latinos in die Armut getrieben zu haben. Der Republikaner versprach außerdem eine Reform des US-Einwanderungsrechts.

Romney sagte, Latinos seien besonders stark von der schlechten Lage der Wirtschaft betroffen. "Seit Obama sein Amt angetreten hat, leben zwei Millionen Latinos mehr in Armut als vorher", sagte er. Die Arbeitslosenquote liege für Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln bei elf Prozent und damit deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Die Latinos sind eine zunehmend wichtige Wählergruppe in den USA. In Umfragen unter Latinos führt Obama deutlich, während die harte Haltung der Republikaner in der Einwanderungspolitik bei ihnen auf Kritik stößt.

Die Unterstützung der Latinos könnte Obama bei der Wahl am 6. November in wichtigen Bundesstaaten wie Florida den Sieg bescheren. Vergangene Woche hatte er einen auf zwei Jahre befristeten Abschiebestopp für illegale Einwanderer verfügt, die vor Vollendung ihres 16. Lebensjahres in die USA kamen und noch nicht 30 Jahre alt sind. Nach Regierungsangaben gilt die Neuregelung für 800.000 Menschen, die bestimmte Bedingungen erfüllen müssen. So dürfen sie nicht straffällig geworden sein, müssen eine Schulausbildung haben oder Militärdienst geleistet haben.

Obama setzte damit in Teilen einen von seinen Demokraten eingebrachten Gesetzentwurf um, den "Dream Act". Romney hatte die Initiative im Vorwahlkampf abgelehnt, schlug zuletzt aber moderatere Töne in der Einwanderungsdebatte an. Durch den Schachzug des Präsidenten geriet er unter Druck, Farbe zu bekennen. Im Vorfeld der Konferenz des Nationalen Verbandes von Latino-Vertretern (NALEO) hatten Einwanderungsorganisationen den Republikaner aufgefordert, seine Haltung eindeutig darzustellen.

Romney wich am Donnerstag aber einer klaren Antwort aus. Den Vorstoß des Präsidenten kritisierte er als politisch motiviert und "vorläufig". Der designierte Präsidentschaftskandidat warf Obama vor, sein Versprechen einer umfassenden Einwanderungsreform nicht eingehalten zu haben. Romney sagte, er wolle eine "langfristige" Lösung finden und sich dabei auf Maßnahmen zur Stärkung von legaler Einwanderung konzentrieren. Gegen illegale Einwanderung wolle er in einer "zivilen, aber resoluten Weise" vorgehen.

Von

afp

Kommentare (1)

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VIP

21.06.2012, 22:40 Uhr

Schade, Herr Romney, Latinos wählen für Obama.

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