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12.09.2012

15:57 Uhr

USA

Romney nutzt Diplomatentod für Wahlkampf

Präsidentschaftskandidat Mitt Romney nutzt die Gewalt in Libyen und Ägypten für Wahlkampf-Rhetorik. Die Reaktion der US-Regierung sei eine Schande, sagte Romney. Er wirft Obama Nachsicht mit den Gegnern der USA vor.

Mitt Romney verhagelt sich seine Kampagne. AFP

Mitt Romney verhagelt sich seine Kampagne.

WashingtonNach den Angriffen auf amerikanische Vertretungen in Libyen und Ägypten hat die Außenpolitik den US-Präsidentschaftswahlkampf eingeholt. Der republikanische Bewerber Mitt Romney kritisierte die Regierung von Amtsinhaber Barack Obama scharf für deren erste Reaktion.

Darin habe das Weiße Haus nicht etwa die Angriffe verurteilt, sondern Verständnis für die Täter gezeigt, sagte Romney. Demonstranten hatten in Bengasi den US-Botschafter und drei weitere Amerikaner getötet, auch in Kairo wurde die Botschaft gestürmt.

Bevor das gesamte Ausmaß des Zwischenfalls bekannt wurde, hatte das US-Außenministerium eine Stellungnahme veröffentlicht, in der in Libyen und Ägypten zur Ruhe aufgerufen wurde. Den Muslimen versicherte das Ministerium, dass die US-Regierung den islamkritischen Film im Internet, der den Unruhen zugrunde lag, sowie Beleidigungen des Islams verurteile. Zu diesem Zeitpunkt war die US-Regierung vom gewaltsamen Tod eines einzigen Konsularbeamten ausgegangen.

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„Die Ablehnung des Islams durch Amerika ist kristallklar“, heißt es in der Botschaft.

Romney erklärte, er sei empört über die Angriffe und den Tod des Mitarbeiters. Die Reaktion der US-Regierung sei eine Schande. Romney hat Obama bereits in der Vergangenheit vorgeworfen, zu nachsichtig mit Gegnern Amerikas umzugehen. Obamas Wahlkampfsprecher Ben LaBolt erklärte daraufhin am frühen Mittwochmorgen, er sei entsetzt, dass Romney den tragischen Tod eines Diplomaten nutze, um einen politischen Angriff zu starten.

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Ein islamfeindlicher Film hat heftige anti-amerikanische Ausschreitungen provoziert.

Etwa zeitgleich mit Romney verurteilte US-Außenministerin Hillary Clinton die Angriffe. Einige hätten offenbar versucht, die Gewalt als Reaktion auf aufrührerisches Material im Internet zu rechtfertigen, erklärte sie. Für Gewalt dieser Art gebe es jedoch keine Rechtfertigung.

Nachdem bekannt geworden war, dass dabei vier US-Bürger ums Leben kamen, verurteilte Obama die Angriffe auf das Schärfste. Zugleich ordnete er am Mittwoch in Washington an , weltweit die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze diplomatischer US-Einrichtungen zu erhöhen.

Bislang hatten außenpolitische Themen im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt. Stattdessen wurde er von der lahmenden Wirtschaft und der hohen Arbeitslosigkeit beherrscht.

Von

dapd

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