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09.03.2004

08:55 Uhr

USA üben massiven Druck aus

Argentinien tilgt offenbar seine Kredite

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass eine Eskalation mit Argentinien in letzter Minute verhindert wird. „Wir haben Signale, dass die Regierung in Buenos Aires ihr IWF-Darlehen über 3,1 Mrd. $ vor der am Dienstag ablaufenden Frist zurückzahlt", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Fonds.

bac WASHINGTON. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass eine Eskalation mit Argentinien in letzter Minute verhindert wird. „Wir haben Signale, dass die Regierung in Buenos Aires ihr IWF-Darlehen über 3,1 Mrd. $ vor der heute ablaufenden Frist zurückzahlt", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Fonds. Sollte dies der Fall sein, werde das IWF-Direktorium in den nächsten Tagen ein dreijähriges Kredit-Programm für Argentinien absegnen, das zunächst eine Tranche von 3,1 Mrd. $ – exakt die Summe, die am Dienstag fällig wird – vorsieht.

Nach Angaben des Fonds haben die Amerikaner starken Druck für eine weitere Finanzspritze ausgeübt. „Die Administration machte deutlich, dass sie kein Interesse an einem weiteren Problemfall in Lateinamerika hat", betonte der IWF- Mitarbeiter. „Das Ganze ist inzwischen mehr eine Sache der Lateinamerika-Politik der USA, denn eine Angelegenheit des IWF."

In den letzten Tagen hatten sich die Parteien gegenseitig unter Druck gesetzt: Der argentinische Präsident Nestor Kirchner unterstrich, sein Land werde die Schulden an den IWF nur begleichen, wenn es eine Garantie für ein weiteres Kredit-Paket bekomme. Der Fonds wiederum machte weitere Hilfe von der pünktlichen Bezahlung der Außenstände abhängig. Eine Abfolge von Rückzahlung und weiterem IWF-Darlehen könnten beide Seiten als Erfolg verkaufen.

Der Fonds pocht darauf, dass die argentinische Regierung „in guter Absicht" mit seinen privaten Gläubigern verhandelt: Das Land steht seit mehr als zwei Jahren mit knapp 100 Mrd. $ in der Kreide. Das derzeitige Angebot Argentiniens an seine Privatgläubiger, das einen Forderungsverzicht von 75 % des Nominalwertes vorsieht, sei „völlig inakzeptabel", erklärte der IWF-Mitarbeiter.

Insgesamt werde Argentinien noch auf Jahre ein „Problemfall" bleiben. Allerdings gebe es auch Fortschritte. So wachse die Wirtschaft des Tangolandes derzeit um mehr als 8 %. Auf Grund verbesserter Steuereinnahmen habe die Regierung Haushaltsüberschüsse (vor Schuldzinsen) erzielt, die sogar über der Marke des IWF lägen.

Quelle: Handelsblatt

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