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02.08.2015

17:01 Uhr

USA und Ägypten

Kerry sagt Kairo Militärhilfe zu

US-Außenminister Kerry will in Kairo die Wogen glätten. Nach Spannungen zwischen Ägypten und den USA wegen der Menschenrechtslage im Land will er nun die Machthaber ködern – mit einem gefährlichen US-Exportschlager.

John Kerry mit seinem ägyptischen Amtskollegen Sameh Shoukry: In Kairo sollen die Fugen zwischen den beiden Staaten gekittet werden. ap

Außenminister unter sich

John Kerry mit seinem ägyptischen Amtskollegen Sameh Shoukry: In Kairo sollen die Fugen zwischen den beiden Staaten gekittet werden.

KairoTrotz Bedenken wegen der Menschenrechtslage in Ägypten hat US-Außenminister John Kerry dem Land eine verstärkte militärische Unterstützung zugesagt. Die USA und Ägypten bewegten sich „wieder hin zu einer stärkeren Beziehung“, sagte Kerry am Sonntag bei einem Besuch in Kairo. Unterdessen wurde der Urteilsspruch im wieder aufgerollten Prozess gegen drei Al-Dschasira-Journalisten in der ägyptischen Hauptstadt erneut verschoben.

Zwar gebe es „hier und da kleine Spannungen hinsichtlich bestimmter Punkte“, sagte Kerry bei einer Pressekonferenz mit seinem ägyptischen Kollegen Sameh Schukri. Die USA etwa seien besorgt angesichts der Menschenrechtslage in Ägypten. Dennoch hätten beide Länder ihre Militärkooperation wieder verstärkt.

In der vergangenen Woche hatten die USA acht F-16-Kampfjets an Ägypten geliefert. Dies und anderes Gerät sei „essenziell im Kampf gegen den Terrorismus“, sagte Kerry. Die USA wollten Ägypten wirtschaftlich und politisch unterstützen, sagte Kerry. Zugleich verteidigte er das Atomabkommen mit dem Iran.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Es stehe „absolut außer Frage“, dass die Einigung im Atomstreit nicht nur Ägypten, sondern alle Länder der Region sicherer mache, sagte Kerry. Falls der Iran destabilisierend wirke, sei es „weitaus besser, einen Iran zu haben, der keine Atombombe hat“. Neben Ägypten verdächtigen auch andere Länder der Region den Iran, diese destabilisieren zu wollen.

Unterdessen wurde das am Sonntag in Kairo erwartete Urteil gegen drei Journalisten des katarischen Fernsehsenders Al-Dschasira erneut verschoben. Grund hierfür sei, dass inhaftierte Mitangeklagte „aus Sicherheitsgründen“ nicht von ihren Zellen zum Gerichtssaal hätten gebracht werden können, sagte ein Richter bei der Anhörung.

Bereits am Donnerstag war das mit Spannung erwartete Urteil verschoben worden, weil der eigentlich zuständige Richter offenbar erkrankte. Ein Verteidiger sagte am Sonntag, es gebe keinen politischen Grund für die erneute Verschiebung. Der vorsitzende Richter sei krank, und aus rechtlichen Gründen könne das Urteil nicht von einem anderen Richter gesprochen werden. Ein neuer Termin für den Urteilsspruch wurde nun für den 29. August angesetzt.

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