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29.04.2011

04:40 Uhr

USA und Deutschland

De Maiziere warnt vor Anti-Amerikanismus

Der deutsche Verteidigungsminister setzt auf enge Beziehungen zu den USA. Während seines Besuchs in Washington ermahnt er Europäer wie auch Amerikaner, ihre Partnerschaft zu erhalten.

Thomas de Maiziere (l) bei seinem USA-Besuch. Quelle: dpa

Thomas de Maiziere (l) bei seinem USA-Besuch.

WashingtonBundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere hat bei seinem Besuch in den USA die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft beschworen. „Wir sind die wichtigsten Partner füreinander - oder zumindest sollten wir es sein“, sagte der Maiziere am Donnerstag bei einer Veranstaltung des American Jewish Committee in Washington.

Beide Seiten müssten so handeln, dass diese enge Beziehung auch künftig erhalten bleibe, und dürften sie nicht einfach als gegeben hinnehmen. „Wir müssen jeden Tag an dieser Beziehung arbeiten und sie mit neuem Leben füllen“. Die Europäer dürften keinen intellektuellen und arroganten Anti-Amerikanismus kultivieren, mahnte de Maiziere. „Und die amerikanische Seite sollte bedenken, dass Europa auf lange Sicht ihr stabilster und berechenbarster Partner bleibt - obwohl es manchmal ein bisschen langsam ist und mit Differenzen kämpft“.

Zuletzt hatte es zwischen den USA und Deutschland Unstimmigkeiten über den Umgang mit dem Libyen-Konflikt gegeben. Als einziger westlicher Staat enthielt sich Deutschland bei der Abstimmung über den Militäreinsatz im UN-Sicherheitsrat und zog sich damit den Ärger der Verbündeten zu.

Die Deutschen wüssten, dass sie den USA ihre Freiheit, die Demokratie und den Rechtsstaat verdankten, sagte de Maiziere. „Es ist uns sehr wohl bewusst, dass die Freiheit geschützt und falls nötig vielleicht sogar verteidigt werden muss, falls sie bedroht ist“. Diese Lektion habe Deutschland während des Kalten Krieges gelernt.

Daher verstehe gerade Deutschland die Befürchtungen Israels. Gerade aber auch mit Blick auf die Umwälzungen im Nahen Osten müsse Israel aktive Anstrengungen unternehmen, um den Friedensprozess voranzubringen.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Rheinschwimmer

29.04.2011, 09:59 Uhr

Diese "Denke" hat de Maiziere in der Atlantik-Brücke und deren "ideologischer Umgebung" gelernt. Er beherrscht sie perfekt. So perfekt wie sein Vorgänger zu Guttenberg, der allerdings "mit Gründen" an seinen eigenen Unzulänglichkeit gescheitert ist.

C.Meyer

29.04.2011, 10:19 Uhr

Herr de Maiziere beherrscht diese strategische Denkrichtung und ihre Glaubensgrundsätze nicht nur perfekt, er wird auch perfekt von ihr beherrrscht.

klartext

29.04.2011, 13:19 Uhr

Dieser 'Antiamerikanismus' kommt nicht von ungefähr. Die kriegerische Haltung, die dieses Land oftmals gegen das Völkerrecht einnimmt, aber auch völkerrechtswidrige Verbrechen, die diese Nation durch ihr Veto im Sicherheitsrat deckt, tragen nicht zur Sympathie in Deutschland bei.

Darüber hinaus dürfte es schon etwas euphemistisch sein, hier von 'Partnerschaft' zu reden. Die Rolle des Vasallen scheint sich oftmals doch als die realistischere Sichtweise aufzudrängen. Auch die Behauptung, Deutschland verdanke den USA die Freiheit, die Demokratie und den Rechtsstaat, ist eine sehr reduzierte Darstellung.

Nachdem Deutschland besiegt war und der Morgenthau-Plan angesichts der neuen Bedrohung durch die Sowjets als undurchführbar erkannt wurde, war es die wohl beste Alternative, Westdeutschland nach US-Vorstellungen zu einer Art Vasallenstaat zu machen, der dankbar für den Schutz der USA zu sein hatte. Das Angebot der Neutralität der Sowjets wurde durch den 'Kanzler der Alliierten', Adenauer, ja abgelehnt.

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