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02.05.2011

22:01 Uhr

USA und Pakistan

Bin Laden könnte Zerreißprobe werden

Auf einen gemeinsamen Kampf gegen Al Kaida konnten die USA und Pakistan sich bisher einigen. Dieses Verhältnis könnten nun die US-Untersuchungen zu Osama bin Ladens Unterstützerkreisen belasten.

Pakistanische Soldaten sichern den Ort des Geschehens. Quelle: dpa

Pakistanische Soldaten sichern den Ort des Geschehens.

WashingtonZwischen den USA und Pakistan droht Streit wegen einer möglichen Unterstützung des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden durch den US-Verbündeten. Es sei unvorstellbar, dass bin Laden nicht systematisch unterstützt worden sei, saget der oberster Berater für Terrorismusbekämpfung von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, am Montag.

Die USA würden daher nun untersuchen, wie es bin Laden möglich gewesen, so lange an einem Ort in Pakistan zu leben. Er wolle aber nicht darüber spekulieren, ob es offizielle pakistanische Hilfe für bin Laden gegeben haben könnte.

Brennan fügte hinzu, das Verhältnis beider Länder sei enorm wichtig für den erfolgreichen Kampf gegen die Al-Kaida. Gleichwohl gebe es zwischen den beiden unterschiedliche Meinungen, wie gegen die Militanten gekämpft werden sollte. Angesichts des Umstands, dass bin Laden in einer wohlhabenden Gegend nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gewohnt habe, sei auch verständlich, dass US-Politiker die Frage nach den US-Finanzhilfen für die pakistanische Regierung aufwerfen würden.

In London sagte derweil Pakistans Hochkommissar für Großbritannien, Wadschid Schamsul Hasan, sein Land und die USA hätten den Einsatz zur Tötung bin Ladens gemeinsam durchgeführt. Dies zeige, dass die Geheimdienste beider Staaten miteinander kooperieren würden.

Brennan zufolge waren die an dem Einsatz beteiligten US-Elitesoldaten darauf vorbereitet, den Al-Kaida-Chef lebendig zu fassen - wenn das möglich gewesen wäre. Bei dem Einsatz sei auch eine von bin Ladens Ehefrauen getötet worden. Ihre Leiche habe so gelegen, als sei sie als Schutzschild benutzt worden. Es sei aber nicht klar, ob sie sich selbst in die Schusslinie begeben habe oder ob sie von bin Laden oder dessen Sohn als Schutzschild missbraucht worden sei.

Die US-Regierung habe sich im übrigen noch nicht entschieden, ob sie Fotos der Leiche bin Ladens an die Medien weitergeben werde.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Koboldo

03.05.2011, 07:36 Uhr

Die Welt muss erleichtert sein, dass dieser schreckliche Terrorist nicht mehr am Leben ist. Aber die Rolle Pakistans in dieser Sache ist sehr zweifelhaft, denn es kann keinen Zweifel daran geben, dass bin Laden genügend Unterstützer in diesem Land hatte. Der Gedanke daran, dass dort Atomwaffen lagern, ist nicht gerade beruhigend.
Wenn man sich die Brandherde dieser Welt anschaut, muss man wertfrei feststellen, es sind durchweg islamische Länder....

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