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19.11.2012

11:21 Uhr

USA zeigen Europa die kalte Schulter

Obama entdeckt den Wirtschaftswunderkontinent

VonNils Rüdel, Till Hoppe

Nur Tage nach der Wiederwahl bereist Barack Obama Südostasien. Der „pazifische Präsident“ konzentriert sich auf die Wachstumsregion Asean - weil sie ein Gegengewicht zu China spielen kann. Deutsche Firmen sind in Sorge.

Jubel bei Obamas Birma-Besuch

Video: Jubel bei Obamas Birma-Besuch

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New York/BerlinDie Europäer hatten Barack Obama am Wahlabend mit großer Mehrheit die Daumen gedrückt. Doch ob und wann sie auch auf einen Besuch des neuen alte US-Präsident hoffen dürfen, ist offen. Obamas Air Force One landete am Wochenende zwar im deutschen Ramstein – allerdings nur um aufzutanken: Der Amerikaner flog direkt weiter nach Asien. Keine zwei Wochen nach der Wiederwahl unternimmt Obama die erste Auslandsreise in der zweiten Amtszeit. Und die Wahl der Ziele – Thailand, Myanmar und Kambodscha – lässt keinen Zweifel daran, welche Region der Welt für ihn am meisten zählt: Es ist Südostasien, nicht Europa oder gar der nahe Osten.

Schon am Sonntag traf Obama in Thailand König Bhumibol Adulyadej und Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Am Montag besuchte er als erster US-Präsident Myanmar, vormals Birma, und machte der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi seine Aufwartung. Am Dienstag geht es dann um das Geschäft: beim Gipfeltreffen der Südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh.

Südostasien: Obama steht Birmas Freiheitskämpferin bei

Südostasien

Obama steht Birmas Freiheitskämpferin bei

Zu Beginn seines mehrstündigen Aufenthalts in Rangun kam er mit Staatschef Thein Sein zusammen.

Damit setzt Obama, der sich einmal selbst als „Amerikas erster pazifischer Präsident“ bezeichnet hatte, auf seine Politik der vergangenen Jahre noch eins drauf. Bereits 2009 hatte er in Tokio ausgerufen, dass die „Schicksale von Amerika und Asien-Pazifik enger zusammenhängen als jemals zuvor“. Diese Weltsicht entspringt Obamas Biographie – er wurde in Hawaii geboren und verbrachte seine Kindheitsjahre in Indonesien. Viel mehr aber noch ist es eine Bestandsaufnahme der neuen geopolitischen und wirtschaftlichen Realitäten.

Bis zum Jahr 2030, so der US-Think-Tank National Bureau of Asian Research, wird knapp die Hälfte aller Menschen in dieser Region leben, die gleichzeitig für 43 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts und 35 Prozent des Handels aufkommen werde. Ein Riesen-Markt tut sich auf, und Obama wird zusehen, die USA dort gut zu positionieren. Bereits jetzt gehen rund ein Viertel aller US-Exporte nach Asien.

Asean: Der heimliche Wirtschaftskoloss

Asean

Der heimliche Wirtschaftskoloss

Die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten – Asean – ist eine Wirtschaftsregion, deren enormes Potenzial vom Westen erst noch entdeckt werden muss.

„Die weitere strategische Ausrichtung in Richtung Asien wird ein wichtiger Teil der zweiten Amtszeit des Präsidenten sein“, hatte der stellvertretende Sicherheitsberater Ben Rhodes vor Obamas Abflug gesagt. „Und es wird am Ende sein außenpolitisches Vermächtnis werden“. Die US-Regierung betrachte die Reise als Gelegenheit, amerikanische Exporte und den Führungsanspruch in der am stärksten wachsenden Weltregion „dramatisch zu erhöhen“.

Kommentare (8)

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RumpelstilzchenA

19.11.2012, 11:31 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Tr1ple

19.11.2012, 11:57 Uhr

Deutsche Unternehmen in Süd-Ost-Asien... Bei der Korruption in manchen Ländern wird es schwierig Fuss zu fassen.

Account gelöscht!

19.11.2012, 12:10 Uhr

Obama ist kein Euro-Präsident. Er vertritt die Interessen der USA.
Nicht ASEAN sondern Afrika ist der nächste Hoffnungsträger. Auch dort hinken deutsche Firmen hinter her.

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