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20.01.2005

15:10 Uhr

Usbeken-General immer noch umstritten und mächtig

Afghanistan: Dostum entgeht Selbstmordanschlag

Usbeken-General Raschid Dostum, einer der berüchtigtsten Kriegsherren Afghanistans, ist am Donnerstag nur knapp einem Selbstmordanschlag entgangen. Drei Menschen seien unbestätigten Angaben zufolge bei dem Anschlag vor einer Moschee getötet worden, berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP.

HB ISLAMABAD. Ersten Angaben zufolge wurden 22 Menschen verletzt, darunter auch der Bruder Dostums. Der Attentäter habe sich unter die Gläubigen gemischt und direkt nach dem Gebet zum islamischen Opferfest (Eid al- Adha) versucht, dicht an den Kriegsherren zu gelangen. Er sei jedoch von den Leibwächtern Dostums gestoppt worden, sagte ein Sicherheitsbeamter in der Provinz Dschosdschan.

Der Usbeken-General Dostum gehört seit Jahren zu den umstrittensten und mächtigsten Kriegsherren des Landes. Schon seit der Zeit seiner Zusammenarbeit mit den sowjetischen Besatzern in Afghanistan zwischen 1979 und 1989 werden ihm zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Zwischenzeitlich war er als stellvertretender Verteidigungsminister in die Regierung eingebunden. Bei den Präsidentenwahlen im Oktober kam er auf den dritten Platz.

Unterdessen hat der Führer der radikalislamischen Taliban, Mullah Omar, ein Dialogangebot der Regierung in Kabul abgelehnt. Solange es ausländische Truppen in Afghanistan gebe, könne es keine Aussöhnung geben, hieß es in einer zu Beginn des Opferfestes veröffentlichten Erklärung. Der seit dem US- Angriff auf Afghanistan im November 2001 flüchtige Talibanführer erklärte, er werde den Dschihad (Heiligen Krieg) zur Befreiung Afghanistans weiterführen. Die Regierung in Kabul hatte sich gegenüber gemäßigten Vertretern der Taliban gesprächsbereit gezeigt.

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