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26.02.2015

11:02 Uhr

Varoufakis im „Charlie Hebdo“-Interview

„Es profitieren davon nur die Fanatiker“

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis warnt die Troika in der neuen „Charlie Hebdo“-Ausgabe: Der Druck auf die Regierung in Athen sei gefährlich. Denn die Krise nutze vor allem den „Fanatikern und Rassisten“.

Ein städtischer Angestellter vor einem Graffiti in Athen: Die Regierung warnt Schäuble und Co. ap

Graffito in Athen

Ein städtischer Angestellter vor einem Graffiti in Athen: Die Regierung warnt Schäuble und Co.

AthenIn der neuen „Charlie Hebdo“-Ausgabe sind nicht nur bissige Karikaturen, sondern auch zornige Zitate von Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis abgedruckt. Im Interview mit der französischen Satirezeitung, die am Mittwoch erschien, warnte Varoufakis Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dessen Euro-Kollegen: „Wenn Ihr denkt, Ihr tut gut daran, progressive Regierungen wie unsere zur Strecke zu bringen, dann macht Euch auf das Schlimmste gefasst.“

Varoufakis hat in den vergangenen Wochen hart mit Brüssel und Berlin gerungen, um für seine Linksregierung eine Verlängerung der Finanzhilfe bei weniger drastischen Sparauflagen zu erreichen. Zwar wird die Hilfe nun fortgesetzt, doch muss Athen die von der Vorgängerregierung zugesagten Kürzungen und Reformen weitgehend umsetzen.

Wenn demokratisch gewählten Regierungen wie der seinen die Luft abgeschnürt werde und die Wähler in die Verzweiflung gestürzt würden, „dann profitieren davon nur die Fanatiker, die Rassisten, die Nationalisten und all diejenigen, die von Angst und Hass leben“, sagte Varoufakis.

Finanzminister Varoufakis im Interview

„Macht Euch auf das Schlimmste gefasst“

Finanzminister Varoufakis im Interview: „Macht Euch auf das Schlimmste gefasst“

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Er verglich die von den Gläubigern abverlangten Haushaltskürzungen mit der Medizin des Mittelalters: „Damals wurden Aderlasse verschrieben, die die Kranken oft noch kranker machten, worauf sie erneut zur Ader gelassen wurden.“

Die „Charlie Hebdo“-Journalisten fragten Varoufakis auch, ob seine Regierung nicht die orthodoxe Kirche Griechenlands und die Reeder ein wenig stärker zur Ader lassen wolle als die Vorgängerregierungen. Das Problem sei, dass der „enorme Reichtum der Kirche“ keinen allzu hohen Ertrag bringe, der versteuert werden könne, sagte der Finanzminister. Und die Reeder seien „sehr mobil“, und es sei daher „wahrscheinlich, dass ihre Gewinne das Land verlassen würden, wenn sie versteuert werden müssten“.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Nicht Dumm

26.02.2015, 12:09 Uhr

Wie hat mein Lieblingsgrieche Vazokakkis gestern in der Talkshow richtig resümiert: "Die Griechen wollen keine neuen Kredite mehr von Europa haben. Was wir brauchen, ist ein solidarisches Europa mit Transferausgleichszahlungen an ein armes Bundesland wie Griechenland von reichen Bundesländern wie Deutschland." Damit ist endlich die Katze aus dem Sack. Die Griechen wollen schon weiterhin Geld haben, aber nicht mehr als Kredit, sondern zukünftig und auf ewig für umsonst.

Gustav Godorzky

26.02.2015, 13:05 Uhr

"Und die Reeder seien „sehr mobil“, und es sei daher „wahrscheinlich, dass ihre Gewinne das Land verlassen würden, wenn sie versteuert werden müssten."

Aha .... Deshalb werden als bei den Reichen weiterhin keine Steuern erhoben und diese dafür bei den "kleinen" Steuerzahlern in ganz Europa eingetrieben. So also sieht das soziale Verständnis von Herrn Varoufakis aus. Allmählich lässt auch er seine Maske fallen.

Herr Holger Klekar

26.02.2015, 19:48 Uhr

Er verglich die von den Gläubigern abverlangten Haushaltskürzungen mit der Medizin des Mittelalters: „Damals wurden Aderlasse verschrieben, die die Kranken oft noch kranker machten, worauf sie erneut zur Ader gelassen wurden.“

…. Reeder seien „sehr mobil“, und es sei daher „wahrscheinlich, dass ihre Gewinne das Land verlassen würden, wenn sie versteuert werden müssten“.

!!! Gute Reise, aber vorher Steuerschulden bezahlen.
So wie Amis - weltweit verfolgen und Steuern holen. !!!!

Es wurden und werden wieder nur die "Kleinen kaputt gemacht".
Die Raubritter aus der EU, USA ... und Griechenland ziehen weiter - mit den Früchten und Schätzen anderer.

Lassen die Kleinen ausbluten.

Paßt schon zu den meisten Reichen.
Maßlose Raffgier ohne Ende.

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