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27.06.2011

16:51 Uhr

VDA-Präsident Wissmann

"Mobilität ist das Lebenselixier eines erfolgreichen Marktes"

VonThomas Ludwig

ExklusivVDA-Präsident Matthias Wissmann warnt davor, dass EU-Regulierungen die Mobilität zu teuer machen. Die Energiewende könne für die Autobranche zu einem Risiko werden.

VDA-Präsident Wissmann Quelle: Reuters

VDA-Präsident Wissmann

BrüsselDer Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, warnt vor steigenden Autopreisen und Mobilitätskosten infolge überzogener Klimapolitik. „Am Ende werden immer Industrie und Verbraucher gefordert sein“, sagte Wissmann dem Handelsblatt. Mobilität müsse sowohl für Unternehmen wie auch Privatpersonen aber bezahlbar bleiben. Für Verbraucher, die sich im Volumensegment ein Auto suchten, einen Klein- oder Mittelklassewagen also, seien 300, 400 Euro sehr viel Geld.

Die Energiewende in Deutschland sei für die Autobranche nicht ohne Risiko. „Durch den schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie erwarten viele Industrieunternehmen erhebliche Mehrbelastungen in der Stromrechnung. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung würde allein die Stromrechnung der Automobilindustrie um 160 Millionen Euro pro Jahr steigen“, sagte Wissmann. Blieben Energiepreise nicht bezahlbar, bestehe die Gefahr, dass wichtige Branchen abwandern. „Wenn ein Unternehmen wie SGL Carbon, das die modernsten Carbonfasern für die Luftfahrt- und eventuell auch bald für die Automobilindustrie herstellt, wegen der hohen Energiekosten seinen neuen Standort in den USA und nicht in Deutschland eröffnet, ist das alarmierend“, sagte Wissmann.

Mit Blick auf Europa betonte der ehemalige Verkehrsminister: „Mobilität ist das Lebenselixier eines erfolgreichen Binnenmarktes. Die EU darf die Mobilität nicht durch überzogene Regulierung erschweren.“

Brüsseler Plänen zur Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene, steht Wissmann ablehnend gegenüber. Geht es nach der EU-Kommission, soll bis 2030 rund ein Drittel des Straßengüterverkehrs bei einer Entfernung von mehr als 300 Kilometern auf Bahn und Schiff verlagert werden. „Die Verkehrsträger dürfen nicht dirigistisch geleitet werden, sondern sind unter Effizienzgesichtspunkten zu betrachten“, sagte Wissmann. Zwar habe die Bahn hat auf langen Strecken ein großes Zukunftspotenzial. „Auf mittleren Distanzen und im Verteilerverkehr bleibt aber das Nutzfahrzeug unschlagbar“, betonte Wissmann. Der Lkw-Güterverkehr habe die Leerfahrten massiv heruntergefahren, um Kosten zu senken. So sei er ökonomisch und ökologisch effizienter geworden.

Im Streit deutscher Autobauer mit der EU über die Anerkennung CO2-mindernder Technologien wie Solardächer, Wärmerückkopplungssysteme und LED-Leuchten appelliert Wissmann an die Einsichtsfähigkeit der Kommission in Brüssel. „Diese Technologien lassen sich mit bis zu sieben Gramm auf den durchschnittlichen CO2-Gesamtausstoß eines Herstellers anrechnen. Die Kommission blockiert nun den weiteren logischen Schritt, dass dieser reduzierte Verbrauchswert auch in den Fahrzeugpapieren ausgewiesen wird“, sagte Wissmann. Brüssel wolle diese so genannten Ökoinnovationen aber nur als Fußnote in die Papiere aufnehmen. „Das wäre eine bürokratische Schikane. Dadurch werden Innovationen verhindert und nicht gefördert“, sagte Wissmann.

Kommentare (1)

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Wolfi

27.06.2011, 19:50 Uhr

Wissmann spinnt wohl total

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