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30.03.2017

14:54 Uhr

Venedig

Terroristen sahen Rialto-Brücke als Anschlagsziel

Nachdem Anti-Terror-Einheiten der italienischen Polizei eine Terrorzelle zerschlagen haben, gibt es erste Erkenntnisse über geplante Anschläge der Gruppe. So wollten die Terroristen offenbar eine Bombe in Venedig legen.

Italien

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Italien: Attentat verhindert – Terroristen nehmen europäisches Kulturgut ins Visier

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RomDie Polizei in Italien hat mit der Festnahme von vier Verdächtigen möglicherweise einen Anschlag auf die berühmte Rialto-Brücke in Venedig verhindert. Die Informationen über einen solchen Anschlag seien in einem abgehörten Telefongespräch gefallen, teilten Ermittler am Donnerstag mit. Unklar sei aber, ob es sich um eine unmittelbar bevorstehende Attacke gehandelt habe.

In einem Apartment in der Lagunenstadt hätten Beamten Hinweise gefunden, dass sich die Festgenommenen körperlich in Form gebracht und Videos der Terrormiliz Islamischer Staat über Messerattacken angeschaut hätten, sagte Staatsanwalt Adelchi d'Ippolito. Drei verdächtige Kosovaren wurden den Angaben zufolge in Venedig gefasst. Ein vierter Verdächtiger, dessen Nationalität zunächst nicht bekannt gegeben wurde, ging den Ermittlern durch das abgehörte Telefongespräch ins Netz. Einer der vier ist den Angaben zufolge minderjährig, seine Nationalität war zunächst nicht bekannt.

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In dem angezapften Telefongespräch sagt eine Stimme den Angaben zufolge: „Du wirst geradewegs ins Paradies kommen wegen all der Ungläubigen in Venedig. Stell' eine Bombe auf die Rialto(-Brücke).“ Die Brücke aus dem 16. Jahrhundert gehört zu den bekanntesten Touristenattraktionen Venedigs, sie führt über den Canal Grande.

Die Verdächtigen seien „wirklich gefährlich“ und bereit gewesen, für ihre Überzeugungen zu sterben, sagte D'Ippolito. Besonders inspiriert habe sie die jüngste Attacke in London, wo ein 52-Jähriger Passanten niedergefahren und einen Polizisten erstochen hatte, bevor er selbst erschossen wurde. D'Ippolito betonte aber, dass die Verdächtigen in Italien nie hätten zuschlagen können, weil sie unter ständiger Beobachtung gestanden hätten.

Die italienische Polizei hatte in den vergangenen Jahren eine Reihe mutmaßlicher Extremisten verhaftet, die Kämpfer für die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak rekrutiert haben sollen. Einen größeren Anschlag wie in Frankreich und in Belgien gab es in Italien bisher nicht. Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro sagte, alle am frühen Donnerstagmorgen Festgenommenen besäßen gültige Papiere, um in Italien leben zu können.

Von

dpa

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