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18.02.2014

20:25 Uhr

Venezolanischer Oppositionspolitiker

Leopoldo López stellt sich der Polizei

Der venezolanische Oppositionspolitiker Leopoldo López hat sich den Polizeibehörden gestellt. Sie werfen ihm Anstachelung zur Gewalt vor. Doch López beteuert seine Unschuld: Er habe nichts zu befürchten.

Der Oppositionspolitiker Leopoldo López in Caracas. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die desolate Sicherheitslage in Venezuela. dpa

Der Oppositionspolitiker Leopoldo López in Caracas. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die desolate Sicherheitslage in Venezuela.

CaracasDer per Haftbefehl gesuchte venezolanische Oppositionspolitiker Leopoldo López hat sich nach einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas der Polizei gestellt. Er liefere sich einer „ungerechten und korrupten Justiz“ aus. Wenn seine Festnahme aber dazu diene, das Volk aufzurütteln, dann sei es das wert, sagte der 42-jährige Koordinator der Oppositionspartei Voluntad Popular unmittelbar vor seiner Festnahme vor Tausenden Anhängern. Über Twitter teilte er mit: „Ich bin unschuldig. Ich habe nichts zu befürchten.“ Die Behörden werfen ihm Anstachelung zur Gewalt vor.

Auf Fotos war der Politiker am Dienstag umgeben von Polizisten in weißem T-Shirt und mit einer Landesfahne in der Hand zu sehen. López wurde inmitten tumultartiger Szenen in einem weißen, gepanzerten Polizeiauto weggefahren, nachdem die Demonstranten den Weg freigegeben hatten. Der Politiker sprach noch aus dem Auto über Mikrofon zu seinen aufgebrachten Anhängern und forderte sie auf, friedlich zu bleiben. „Lasst uns friedlich auseinandergehen, es geht um die Integrität unserer Bewegung und den gewaltlosen Kampf.“

Die Regierung wertete den Schritt von López dagegen als folgerichtig. „Leopoldo López hatte keine Alternative. Das war kein Akt der Mutes oder der Verwegenheit“, sagte der im Außenministerium für Europapolitik zuständige Vize-Minister Calixto Ortega mit Blick auf die angeordnete Festnahme. Die Regierung sei verpflichtet, Gewalttaten zu untersuchen und aufzuklären.

Auch Anhänger der Regierung zogen am Dienstag in roten T-Shirts und mit roten Fahnen in einem Protestmarsch durch Caracas, um dem linken Regierungschef Nicolás Maduro den Rücken zu stärken. Maduro sieht die Oppositionsproteste als Putschversuch „faschistischer Banden“. Er machte in den vergangenen Tagen die USA und Kolumbiens Ex-Präsidenten Àlvaro Uribe für die Unruhen verantwortlich. Die US-Regierung hatte sich am Wochenende besorgt gezeigt über die Situation in Venezuela und auch über den Haftbefehl gegen López.

Auf Twitter stellte López unmittelbar vor seiner Festnahme seinen vorerst letzten Beitrag ein: „Ich beende die Verbindung (zu Twitter). Danke Venezuela. Der Wechsel ist in jedem von uns. Wir ergeben uns nicht. Ich werde das nicht tun!“ Die Behörden machen López für den Tod dreier Menschen verantwortlich, die während eines Studentenprotestes vergangene Woche in Caracas erschossen wurden.

Von

dpa

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