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26.01.2007

09:50 Uhr

Venezuela

Chavez droht US-Botschafter mit Ausweisung

Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat US-Botschafter William Brownfield damit gedroht, ihn des Landes zu verweisen. Der Diplomat hatte Entschädigungen für Unternehmen gefordert, die die Linksregierung in Caracas verstaatlichen will.

Der Sitz des venezoelanischen Telekommunikations-Marktführers CANTV in Caracas. Foto: ap ap

Der Sitz des venezoelanischen Telekommunikations-Marktführers CANTV in Caracas. Foto: ap

HB CARACAS. In einer Rede über den Sozialismus sagte Chavez wörtlich über Brownfield: „Wenn er sich weiter in venezolanische Angelegenheiten einmischt, die ihn nichts angehen, dann könnte er zur Persona non grata erklärt werden und müsste das Land verlassen.“

Auslöser der Äußerung des Botschafters war offenbar die geplante Verstaatlichung des größten venezoelanischen Telekommunikationsunternehmens CANTV, an dem der US-Telekommunikationskonzern Verizon die Mehrheit hält. Zwar hatte Telekommunikationsminister Jesse Chacon erklärt, die Übernahme der Aktienmehrheit durch den Staat werde durch einen Kauf erfolgen. Chavez äußerte sich jedoch vor wenigen Tagen weitaus zurückhaltender zu einer solchen Abfindung.

Der links-populistische Präsident Hugo Chavez will mit Verstaatlichungen seine sozialistische Revolution vorantreiben. Sie soll die Erträge aus dem Ölgeschäft gerechter verteilen. Obwohl Venezuela einer der größten Erdölexporteure der Welt ist, lebten 2005 nach Angaben der Vereinten Nationen 37,1 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Im vergangenen Jahr hatten sich die Beziehungen der USA und Venezuelas schon einmal dramatisch verschlechtert, als beide Seiten Vertreter der jeweils anderen des Landes verwiesen.

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