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18.08.2011

13:48 Uhr

Venezuela

Chavez' Rückruf des Goldes

Venezuelas Präsident Chavez profiliert sich mit neuen sozialistischen Maßnahmen: Er will Minen verstaatlichen und das Gold des Landes von ausländischen Banken zurückbeordern - angeblich aus Angst vor den Schuldenkrisen.

Zurück nach Hause: Venezuela holt sein Gold aus dem Ausland zurück. Quelle: dapd

Zurück nach Hause: Venezuela holt sein Gold aus dem Ausland zurück.

CaracasAngesichts der internationalen Wirtschaftsturbulenzen festigt Venezuela den staatlichen Zugriff aufs Gold. Präsident Hugo Chávez kündigte an, den Goldbergbau zu verstaatlichen und die bei europäischen und US-Banken lagernden Goldreserven im Wert von elf Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) ins Land zurückzuholen. Im Gespräch ist zudem, die Währungsreserven des Ölförderlandes aus den USA und Europa nach Asien und Lateinamerika umzuschichten.

Der Rückruf des Goldes diene dem Schutz des Landes vor den wirtschaftlichen Problemen in den USA und Europa, sagte Chávez. „Wir werden damit beginnen, unser Gold zur Zentralbank zurückzuschaffen“, kündigte er an. Wann das geschehen soll, blieb offen. Zentralbankpräsident Nelson Merentes sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. „In diesen unruhigen Zeiten ist es vorzuziehen, unsere Vermögenswerte, in diesem Fall das Gold, zurückzuholen und hier im Tresor liegen zu haben“, sagte er.

Nach Angaben der Zentralbank hat Venezuela gut 28,6 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) an internationalen Reserven, davon 17,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro) in Gold. Von diesem Goldschatz ist Edelmetall im Wert von elf Milliarden Dollar im Ausland deponiert. Einem am Dienstag bekannt gewordenen Bericht von Finanzminister Jorge Giordani zufolge liegt Gold für fast 4,6 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) bei der britischen Zentralbank. Weitere Mengen befinden sich demnach bei der US-Bank J.P. Morgan Chase, den britischen Geldinstituten Barclays, HSBC und Standard Chartered, bei BNP Paribas in Frankreich und bei der Bank of Nova Scotia in Kanada.

Kommentare (17)

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Petra

18.08.2011, 09:29 Uhr

Keine schlechte Idee!
Da sollte sich Deutschland mal ein Vorbild nehmen und UNSER Gold aus den USA zurückholen!

WorldPower

18.08.2011, 09:30 Uhr

Ich finde Herr Chavez ist ein sehr mutiger Mann. - Entgegen allen Behauptungen aus den USA, dient Chavez seit Jahren seinem Volk und denkt dabei nicht nur an eigene Interessen.

Jedoch, so weiß man, ist dieser Mann ein "Dorn im Auge" der Nordamerikaner, da er das tut wozu sich kein anderer Staat wirklich traut. Und wenn es welche gewagt haben, gegen "bestimmte Interessen" anzukämpfen, weil es eigentlich Ihr gutes Recht ist, war entweder ganz schnell abgefertigt oder wurde liquidiert.

Die Revolution (geplante Putsch) hatte Anfang 2000 nicht gefruchtet - ob der Economic Hitman da besseres ausrichten wird? Wenn nicht droht als letztes mittel das was dem Irak und Afghanistan auch passiert ist...

Hoffen wir mal auf das Beste - und Hut ab vor soviel Mut für den Mann!

so dass ich für Chavez

Thomas-Melber-Stuttgart

18.08.2011, 09:30 Uhr

Wann wurde eigentlich das im Ausland lagernde deutsche Gold von deutschen Beamten physisch geprüft? Warum muß es nach Ende des "kalten Krieges" überhaupt noch in den USA lagern?

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