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07.03.2014

21:38 Uhr

Venezuela

China vergibt weiteren Milliardenkredit

Das krisengebeutelte Venezuela bekommt einen weiteren Milliardenkredit aus China. Das Darlehen soll mit Treibstoffen abbezahlt werden. Und auch mit Russland sind Verhandlungen im Gang. Die Proteste gehen derweil weiter.

Venezuela ist weiter in Aufruhr. Das Krisenland hat sich nun einen weiteren Milliardenkredit von China gesichert. AFP

Venezuela ist weiter in Aufruhr. Das Krisenland hat sich nun einen weiteren Milliardenkredit von China gesichert.

CaracasVenezuela hat sich einen weiteren Milliardenkredit aus China gesichert. China leihe dem lateinamerikanischen Land im Rahmen eines bestehenden Abkommens fünf Milliarden Dollar, teilte der Vizepräsident für Wirtschaft, Rafael Ramirez, am Freitag mit.

Das Darlehen werde mit Erdöl und anderen Treibstoffen bezahlt. Auch mit Russland stehe Venezuela in Verhandlungen. Über deren Größenordnung sagte Ramirez nichts.

Unter der Führung des verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez wurden die Kredite-gegen-Erdöl-Abkommen zur Stärkung der Staatsfinanzen massiv ausgeweitet. Zugleich erhöhte sich dadurch die Zahlungsfähigkeit des staatlichen Ölkonzerns PDVSA.

Die Krise in dem von einer massiven Protestwelle erschütterten Venezuela hat sich durch den gewaltsamen Tod eines Polizisten und eines Regierungsanhängers verschärft. Beide wurden in Caracas durch Schüsse an einer von Demonstranten errichteten Straßenbarrikade getötet. Damit kamen bislang mindestens 20 Menschen bei den Protesten gegen die linke Regierung ums Leben.

Staatschef Nicolás Maduro machte eine kleine Gruppe in der Opposition für die seit Wochen andauernde Gewalt verantwortlich. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) beriet hinter verschlossenen Türen über die Lage in Venezuela, ein Außenministertreffen scheint aber zunächst vom Tisch.

Die beiden Morde im Stadtteil Los Ruices wurden nach Angaben des sozialistischen Parlamentspräsidenten Diosdado Cabello am Donnerstag von Scharfschützen verübt. Der getötete Motorradfahrer gehörte zu einer regierungsnahen Gruppe, die Straßenbarrikaden wegräumen wollte. Er und der Polizist wurden von Schüssen getroffen, die offenbar gezielt aus einem Gebäude abgefeuert wurden.

In dem Viertel war es zuvor zu heftigen Tumulten gekommen. Organisierte Regierungsanhänger wurden nach Medienberichten aus Fenstern und von Balkonen mit Flaschen beworfen. Die Sicherheitskräfte rückten massiv an und setzten Tränengas und gepanzerte Fahrzeuge ein. Maduro hatte seine Anhänger zuvor aufgerufen, gegen die Proteste aktiv zu werden.

Auf diplomatischer Ebene wurde die Krise durch eine Mitteilung des venezolanischen Außenministeriums angeheizt, das nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Panama dessen Diplomaten 48 Stunden Zeit zum Verlassen des Landes gab. Zur Begründung wurden „interventionistische Erklärungen“ Panamas angeführt. Maduro hatte die Beziehungen zu dem mittelamerikanischen Land am Mittwoch ausgesetzt.

Gewalt und Proteste: Venezuela kommt nicht zur Ruhe

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In Venezuela ist keine Entspannung der Krise in Sicht. Die Proteste gegen die linke Regierung gehen weiter. Wieder sterben Menschen. Keine Seite will nachgeben. Ein Dialog scheint derzeit nahezu unmöglich.

Hintergrund ist eine von Caracas scharf kritisierte Initiative Panamas für eine Sondersitzung der OAS zu den Unruhen in Venezuela. Die OAS-Botschafter berieten am Donnerstag in Washington über die Lage, unterbrachen die Gespräche aber in der Nacht.

Nach Angaben von Venezuelas Außenminister Elías Jaua wurde bei dem Treffen die Einberufung eines Außenministertreffens und auch die Entsendung einer Kommission nach Venezuela ausgeschlossen. Am 12. März wollen sich laut Jaua die Außenminister des südamerikanischen Staatenbundes Unasur in Chile mit Venezuela befassen.

Von

rtr

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