Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2013

10:57 Uhr

Venezuela

Chávez schwere Krankheit lähmt das ganze Land

Staatschef Hugo Chávez ist schwer erkrankt. Damit steigt die politische Unsicherheit in Venezuela. Und auch die wirtschaftliche Stabilität des Landes mit den größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt steht infrage.

Mehrere Krebstherapien haben Staatschef Hugo Chávez geschwächt. dpa

Mehrere Krebstherapien haben Staatschef Hugo Chávez geschwächt.

CaracasBei Venezuelas Präsident Hugo Chávez sind nach seiner jüngsten Krebsoperation Komplikationen aufgetreten. Chávez leide an einer "schweren Lungenentzüngung" und habe "Atembeschwerden", sagte Kommunikationsminister Ernesto Villegas in Caracas. Zugleich warf er ausländischen Medien "psychologische Kriegsführung" vor, um die Errungenschaften von Chávez' sozialistischer Revolution zu untergraben.

Jetzt rechnen Beobachter rechnen damit, dass Chávez, der sich derzeit in Kuba behandeln lässt, zu krank ist, um am 10. Januar seine vierte Amtszeit als Präsident anzutreten. Damit steigt nicht nur die politische Unsicherheit in Venezuela, auch die wirtschaftliche Stabilität des Landes steht infrage, das über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt verfügt.

Kranker Chávez: Kronprinz Maduro steht schon bereit

Kranker Chávez

Kronprinz Maduro steht schon bereit

Die Opposition hält Venezuelas Vize allerdings eine für eine schlechte Kopie.

Die Verfassung verlangt Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen, sollte Chávez nicht antreten. Noch ist unklar, wie genau die Frist interpretiert werden muss. Es scheint aber zunehmend wahrscheinlich, dass die Venezolaner in den nächsten Monaten erneut einen Präsidenten wählen müssen.

Dadurch steigt auch die wirtschaftliche Unsicherheit: Unternehmen und Ratingagenturen hatten erwartet, dass Chávez spätestens zum Jahreswechsel die lange überfällige Abwertung der Landeswährung Bolívar vollziehen würde. Diese ist nötig, um den defizitären Staatshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Volkswirte von Morgan Stanley schätzen, dass das Minus auf zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung angewachsen ist - das mit Abstand höchste Defizit in Lateinamerika.

Venezuela: Präsident Chávez schafft Wiederwahl

Venezuela

Präsident Chávez schafft Wiederwahl

Chavez landete überraschend deutlich vor seinem Herausforderer Henrique Capriles.

Eine Abwertung des Bolívar würde aber die Inflation anheizen, welche vor allem die arme Bevölkerung durch steigende Lebensmittelpreise treffen würde. Eine Neuwahl würde die Entscheidung um Monate verschieben: "Keiner der Kandidaten will eine so unpopuläre Entscheidung wie eine Abwertung treffen", sagt Francisco Rodriguez, Ökonom der Bank of America.

Die Regierung Chávez hatte die Staatsverschuldung enorm nach oben getrieben, trotz recht stabiler Einnahmen aus der Ölförderung. Vor der Wahl im Oktober verteilte sie teure Geschenke in Form sozialen Wohnungsbaus und Subventionen für Lebensmittel und Medikamente. Nach seinem Wahlsieg reduzierte Chávez die Staatsausgaben auch direkt um ein Drittel, weil sie politisch nicht mehr notwendig waren - ein klares Zeichen, dass die Regierung mit der Sanierung des Budgets beginnen wollte.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ohne_Chavez_ist_besser

04.01.2013, 11:24 Uhr

Chávez hat Venezuela herunter gewirtschaftet und das, obwohl das Land reich an Öl ist. Die Sicherheitslage für die Bevökerung ist bedenklich und die Korruption sowie Misswirtschaft nicht zu übersehen. Außenpolitisch hat der Prolet und Steinzeitmarxist Chávez Venezuela fast völlig isoliert.
Wenn Chávez von der Bühne verschwindet, kann das Land nur gewinnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×