Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.07.2017

08:58 Uhr

Venezuela

Erster landesweiter Streik seit 2002 geplant

Zwischen dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seinen Gegnern kommt es zu einem besonderen Showdown: Die Opposition hat den ersten landesweiten Streik seit 2002 geplant. Der Streik soll 24 Stunden dauern.

Der venezolanische Präsident (l.) möchte das Staatssystem umbauen. AP

Nicolas Maduro

Der venezolanische Präsident (l.) möchte das Staatssystem umbauen.

CaracasIn Venezuela beginnt am Donnerstag ein eintägiger Generalstreik gegen die geplante Verfassungsreform der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Wie der Präsident der Nationalversammlung, der Oppositionelle Julio Borges mitteilte, sei nach der Volksabstimmung vom Sonntag der Moment gekommen, auf die Regierung „maximalen Druck aufzubauen“.

Der Streik beginnt am Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr (Ortszeit/12.00 MESZ). Bereits am Mittwoch errichteten die Regierungsgegner Straßensperren, Busfahrer stellten ihre Arbeit ein, teilweise kam der Verkehr zum Erliegen. Es handelt sich um den größten ausgerufenen Protest der Opposition seit mehr als 100 Tagen der Unruhen in Venezuela.

Venezuela: Tote bei symbolischem Anti-Maduro-Referendum

Venezuela

Tote bei symbolischem Anti-Maduro-Referendum

Mehr als sieben Millionen Venezolaner haben am symbolischen Referendum gegen die geplante Verfassungsreform teilgenommen. Ein Mensch kommt ums Leben, als Regierungsanhänger auf Motorrädern Wähler angreifen.

Initiiert wurde der Streik von einer Koalition aus rund 20 Oppositionsparteien, die nach der Volksabstimmung vom Sonntag die „Stunde Null“ ausrief. Laut Opposition hatte über ein Drittel der Wahlberechtigten bei dem Plebiszit symbolisch gegen Maduros geplante Versammlung zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung am 30. Juli gestimmt. Die Regierungsgegner befürchten, dass der Staatschef des erdölreichsten Landes der Welt dadurch seine Macht bis zur Errichtung einer Diktatur ausbauen könnte.

Der Kritik schloss sich auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, an. Er warnte am Mittwoch vor einem möglichen Bürgerkrieg. „Wir haben große Angst, dass sich der Schrecken in ein Blutbad entwickelt.“

Venezuela versinkt seit Monaten im Chaos. Mehr als 90 Menschen sind seit Anfang April bei massiven Straßenprotesten gegen die Regierung umgekommen. Das Land leidet unter der höchsten Inflation weltweit und einer akuten Versorgungskrise, überall fehlen Medikamente und Lebensmittel.

Eskalation

Venezuela: Trump droht mit Wirtschaftssanktionen

Eskalation: Venezuela: Trump droht mit Wirtschaftssanktionen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×