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21.07.2017

08:36 Uhr

Venezuela

Gewalt und Tote bei landesweiten Streiks

Die Gewalt in Venezuela findet kein Ende. Während eines landesweiten Streiks kommen bei gewaltsamen Protesten erneut Menschen ums Leben. Präsident Maduro hält dennoch an seinen Plänen fest, das System umzubauen.

Demonstranten mit Gasmasken werfen in Caracas Brandflaschen in Richtung der Polizei. Mit einem Generalstreik hat die Opposition in Venezuela den Druck auf Präsident Maduro erhöht. Ihr Ziel: die geplante Verfassungsreform zu verhindern. Straßen wurden von Demonstranten blockiert. dpa

Krise in Venezuela

Demonstranten mit Gasmasken werfen in Caracas Brandflaschen in Richtung der Polizei. Mit einem Generalstreik hat die Opposition in Venezuela den Druck auf Präsident Maduro erhöht. Ihr Ziel: die geplante Verfassungsreform zu verhindern. Straßen wurden von Demonstranten blockiert.

CaracasWährend eines landesweiten Streiks sind in Venezuela zwei Menschen ums Leben gekommen. Die venezolanische Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag (Ortszeit) den Tod eines 23-Jährigen in La Isabelica im Staat Carabobo. Zuvor war bereits ein 24-Jähriger getötet worden. Der Mann war laut Staatsanwaltschaft in Los Teques erschossen worden. Wer auf ihn geschossen hatte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Mindestens neun Menschen seien laut Staatsanwaltschaft bei Unruhen verletzt worden.

Der Generalstreik legte Teile der Hauptstadt Caracas lahm. Demonstranten brannten ein Post-Gebäude in der Nähe des staatlichen TV-Sender nieder und lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vermummte zündeten Barrikaden in den reicheren Stadtteilen Caracas' an, die eher der Opposition nahestehen, und trennten dadurch die Gebiete vom Rest der Stadt ab. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel standen fast alle still.

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Mit dem 24-stündigen von der Opposition initiierten Streik sollte Unzufriedenheit mit dem Plan von Präsident Nicolás Maduro zum Ausdruck gebracht werden, eine verfassunggebende Versammlung zusammentreten zu lassen, die das venezolanische System umbauen und die Macht der Regierungspartei auf die wenigen Institutionen ausdehnen würde, die sich noch außerhalb der Kontrolle der Partei befinden. Maduro erklärte im Staatsfernsehen, dass er mit seinen Plänen fortfahren werde. Hunderte der größten Firmen des Landes funktionierten laut Maduro trotz des Streiks zu „einhundert Prozent“.

In New York trat ein Mitglied der venezolanischen Delegation an die Vereinten Nationen zurück. Als Grund dafür gab Isaias Medina die Verstöße Maduros gegen die Menschenrechte an. Er könne nicht Teil einer Regierung sein, die Demonstranten angreife, zensieren und politische Gefangene nehme, sagt Medina in einem Video, das online verbreitet wurde. Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht geprüft werden - Medina schlug trotzdem bereits Kritik aus den Reihen Maduros entgegen. Der ranghohe Regierungsmitarbeiter Rafael Ramírez schrieb auf Twitter, Medina habe unehrlich gehandelt - er sei von seinem Posten entlassen worden. Eine Koalition aus Oppositionsgruppen kündigte für Samstag einen „großen Marsch“ an und kehrte damit zur Taktik der direkten Konfrontation mit der Regierung zurück.

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