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09.04.2014

04:21 Uhr

Venezuela

Konfliktparteien versuchen die Annäherung

Regierung und Opposition gehen in Venezuela aufeinander zu. Vor Beginn der von Unasur vermittelten Gespräche stellen die Regierungskritiker Bedingungen. Dass Maduro Zugeständnisse machen wird, ist unwahrscheinlich.

Erste Gespräche zwischen den Konfliktparteien: Venezuelas Präsident Maduro traf sich mit Vertretern des Bündnisses MUD. dpa

Erste Gespräche zwischen den Konfliktparteien: Venezuelas Präsident Maduro traf sich mit Vertretern des Bündnisses MUD.

CaracasNach den wochenlangen Protesten in Venezuela hat die Opposition sich zu Gesprächen mit der Regierung von Präsident Nicolás Maduro bereiterklärt. Vorangegangen war am Dienstag ein Gespräch hinter verschlossenen Türen zwischen Maduro und Vertretern der Opposition. Beide Seiten hätten sich verständigt, künftige Verhandlungen über eine Beendigung der Krise öffentlich und unter Aufsicht der Außenminister von Brasilien, Kolumbien und Ecuador sowie des vatikanischen Gesandten zu führen, hieß es anschließend.

Maduro traf sich am Dienstag mit Vertretern des Bündnisses MUD, um die Möglichkeit direkter Gespräche auszuloten. „Das ist noch nicht der Beginn eines Dialogs“, sagte MUD-Generalsekretär Ramón Guillermo Aveledo. „Es ist eine Zusammenkunft, um die Bedingungen für Gespräche zu klären.“

Zunächst müsse eine Tagesordnung festgelegt und ein unabhängiger Vermittler bestimmt werden, sagte Aveledo. Die MUD macht außerdem die Freilassung festgenommener Demonstranten und die Entwaffnung der regierungsnahen Milizen zu Bedingungen für Verhandlungen.

Die Gespräche mit der Regierung sind innerhalb der Opposition umstritten. Sie sei nicht bereit zu einem Dialog, „der die Diktatur stabilisiert“, sagte die prominente Regierungskritikerin María Corina Machado der Zeitung „El Universal“.

Maduro äußerte sich nach dem Treffen im Außenministerium in der Hauptstadt Caracas nicht. Zuvor hatte er allerdings zu Gesprächen ohne Bedingungen aufgerufen. Dieses Angebot wies die Opposition zurück.

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Die Annäherung der verfeindeten Lager war von einer Delegation des Staatenbündnisses Unasur eingefädelt worden. Seit Montag vermitteln die Außenminister von acht südamerikanischen Staaten zwischen den Konfliktparteien. Die USA begrüßten die Unasur-Mission. „Wir unterstützen die Vermittlungsbemühungen einer dritten Partei, um die Gewalt zu beenden und einen ehrlichen Dialog zu beginnen, der die rechtmäßigen Forderungen des venezolanischen Volkes aufgreift“, sagte Außenminister John Kerry.

Bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern, Oppositionellen und Sicherheitskräften waren seit Mitte Februar rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 600 weitere wurden verletzt.

Der Protest der Opposition richtet sich gegen Versorgungsengpässe, die schlechte Sicherheitslage und den autoritären Regierungsstil. Präsident Maduro wirft den Demonstranten hingegen vor, seine Regierung stürzen zu wollen.

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