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10.07.2013

04:20 Uhr

Venezuela legt sich mit USA an

„Die Söhne Bolivars fürchten das Imperium nicht“

Venezuela fordert die USA in der Snowden-Affäre weiter heraus. US-Journalist Greenwald sieht Venezuela ebenfalls als sicherste Asyl-Option für den US-Geheimdienst-Spezialisten. Und was sagt Snowden? Bisher nichts.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat sein Asyl-Angebot an Edward Snowden erneut. Reuters, Sascha Rheker

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat sein Asyl-Angebot an Edward Snowden erneut.

CaracasVenezuelas linker Staatschef Nicolás Maduro hat dem US-Geheimdienst-Spezialisten Edward Snowden erneut Asyl angeboten und ist demonstrativ auf Gegenkurs zu den USA gegangen. „Wir haben entschieden, dem jungen Edward Snowden politisches Asyl zu gewähren im Namen des unabhängigen Venezuelas“, sagte Maduro am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Agarua.

„Die Söhne Bolivars fürchten das Imperium (USA) nicht“, sagte er mit Blick auf den südamerikanischen Freiheitskämpfer und venezolanischen Nationalhelden Simón Bolivar.

Derzeit ist noch unklar, ob der am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festsitzende Snowden das Asylangebot Venezuelas annimmt. Er hatte in mehreren Ländern Anträge gestellt, auch in Venezuela.

Nach Einschätzung des US-Journalisten Glenn Greenwald dürfte Snowden das Angebot Venezuelas auf politisches Asyl annehmen. Greenwald, der als erster die Enthüllungen Snowdens publik machte, äußerte sich am Dienstag nach einem Online Chat mit dem von den USA wegen Landesverrats Gesuchten. Venezuela sei am ehesten geeignet, Snowden sicher von Moskau nach Lateinamerika zu bringen und ihn dort auch zu schützen.

Fraglich ist aber immer noch, wie der 30-Jährige den Flughafen verlassen kann. Er hat derzeit keinen gültigen Reisepass, und die mögliche Flugroute nach Caracas ist noch unklar. Auch die linksregierten und US-kritischen Länder Nicaragua und Bolivien hatten signalisiert, Snowden aufnehmen zu wollen. Venezuelas Opposition warf Maduro indes vor, mit dem Asylangebot von internen Problemen in dem südamerikanischen Land ablenken zu wollen.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks teilte mit, Snowden habe sich noch nicht entschieden, in welchem der drei sozialistisch regierten Länder er Zuflucht suchen wolle. Allerdings könne am Mittwoch Bewegung in den Fall kommen, hieß es bei WikiLeaks.

Kommentare (5)

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10.07.2013, 06:13 Uhr

Was macht Snowden eigentlich so lange am Flughafen? Verdient er sich dort als Stukateur?? :D Also manchmal zweifele ich, dass Snowden überhaupt so USA-feindlich eingestellt ist. Vielleicht ist er auch nur eine Inszenierung. Immerhin gibt es bisher nur dieses eine Bild, was auch mich darstellen könnte! ;) Irgendwie stinkt sie Sachse gewaltig!!

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10.07.2013, 08:54 Uhr

Vielleicht ist er auch schon laengst in einem Asyl-Land. Ich koennte mir gut vorstellen, dass er ungern eine Presseerklaerung vor seinem Abflug abgibt, oder vielleicht gar eine abschliessende Pressekonferenz vor dem Flieger abhaelt. Aber mal sehen.

Egal wie, er hat sehr viel fuer uns Buerger und letztlich die Welt getan (die grosse Teilmenge ohne USA halt). Wer seine Message verstehen will, der kann dies auch und sollte somit gewarnter und vorsichtiger durch das Internet und andere Kommunikationsmittel "gleiten".

Ich habe immer alle Daten, die ich in eine Cloud stellte, verschluesselt (dabei ohnehin nur unwichtige Daten dorthin gebracht). Aber jeder Schluessel ist nur so gut so schlecht die Rechnerleistung ist, ihn zu knacken. Und die haben gewaltige Rechnerleistungen. Und somit werden meine Schluessel laenger und komplizierter.

Ich denke dabei immer, wie lange mag ich diesmal deren Rechner damit beschaeftigen, um letztlich an voellig belanglose Daten zu gelangen, oder gar auf eine weitere Verschluesselung in der Verschluesselung zu stossen :-)

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10.07.2013, 10:45 Uhr

Venezuela ist zwar ein sozialistisches Steinzeitland, das nur dank Öl noch überlebt, aber in diesem Fall hat es meine volle Sympathie.

Snowden ist ein Held und wir als besiegter Vasallenstaat der USA bringen höchstens zaghaft hervor:

"Also das mit dem Abhören finden wir irgendwie nicht so gut" - und das wars dann. Mehr Mumm!

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