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15.04.2016

03:24 Uhr

Venezuela

Madura dreht zum Stromsparen an der Uhr

Wassermangel in einem Stausee verschärft den Strommangel in Venezuela. Präsident Madura plant Gegenmaßnahmen: Er will die Zeit umstellen, gibt dem öffentliche Dienst eine Vier-Tage-Woche – und Frauen eine Extraanweisung.

Tschüß, liebe alte Zeitzone? Der venezolanische Präsident Nicolas Madura will Strom sparen. AP

Nicolas Maduro

Tschüß, liebe alte Zeitzone? Der venezolanische Präsident Nicolas Madura will Strom sparen.

CaracasWegen der akuten Stromknappheit in Venezuela will Präsident Nicolas Maduro neben der Einführung einer Vier-Tage-Woche im öffentlichen Sektor auch die Uhrzeit umstellen. „Ich werde die Zeitzone ab dem 1. Mai ändern, um das Energiesparen im Land zu verstärken“, verkündete der Sozialist am Donnerstag bei einer Rede im Regierungspalast in Caracas. Derzeit ist Venezuela 6,5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück - wie genau die Zeitzone geändert werden soll, will Maduro in den nächsten Tagen bekanntgeben.

Zudem soll es kommende Woche für viele Bürger nur zwei Arbeitstage geben. Der Montag soll arbeits- und schulfrei sein, Dienstag ist ein Feiertag und Freitag soll per Dekret wegen der Energieengpässe bis Juni ein arbeitsfreier Tag in der öffentlichen Verwaltung sein, auch in Privatunternehmen soll drastisch Energie eingespart werden.

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Auch in den größten Einkaufszentren solle mit „drastischen Maßnahmen“ der Verbrauch gesenkt werden. Ziel sei es, die Energieeinsparungen zu verdoppeln. Maduro hat Frauen auch dazu aufgerufen, auf das Föhnen zu verzichten.

Hauptgrund für den außergewöhnlichen Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk über 60 Prozent der Energiebedarfs in Venezuela deckt. Maduro macht das Klimaphänomen El Niño für einen starken Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel im See hat stark sinken lassen.

Henning Suhr, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Venezuela, betonte, die Regierung trage eine Mitschuld. „In den vergangenen Jahren hat die Regierung keine neuen Stauseen und Kraftwerke in Betrieb genommen, obwohl die Bevölkerungszahl und somit der Konsum stetig gestiegen ist“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Von

dpa

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