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30.05.2017

04:52 Uhr

Venezuela

Oppositionspolitiker bei Protesten verletzt

Seit Wochen demonstrieren massenhaft Bürger in Venezuela gegen die Politik von Präsident Maduro. Immer wieder geht dabei Gewalt von Sicherheitskräften aus. Nun wurden zwei führende Oppositionspolitiker verletzt.

Henrique Capriles protestiert gegen Präsident Maduro: Der venezolanische Oppositionsführer und Gouverneur des Bundesstaats Miranda bei einer Demonstration am 24. Mai 2017. Reuters

Henrique Capriles

Henrique Capriles protestiert gegen Präsident Maduro: Der venezolanische Oppositionsführer und Gouverneur des Bundesstaats Miranda bei einer Demonstration am 24. Mai 2017.

CaracasBei Protesten gegen die sozialistische Regierung in Venezuela ist der Oppositionsführer Henrique Capriles verletzt worden. Er sei von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen worden, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Miranda am Montag. Drei seiner Mitarbeiter wurden demnach von Gummigeschossen getroffen.

Capriles ist einer der prominentesten Regierungsgegner in Venezuela. Vor knapp zwei Wochen hinderten ihn die Behörden an einer Reise in die USA, wo er dem Menschenrechtskommissariat der Vereinten Nationen über die jüngsten Gewalttaten bei den Protesten gegen die Regierung berichten wollte.

Zudem war ihm zuletzt das passive Wahlrecht entzogen worden. Für 15 Jahre darf er sich nun nicht um öffentliche Ämter bewerben. Capriles galt als aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2018.

Der oppositionelle Abgeordnete Carlos Paparoni erlitt am Montag eine Kopfverletzung, als er vom Strahl eines Wasserwerfers auf die Straße geschleudert wurde. Insgesamt wurden bei den Protesten am Montag nach Angaben der Opposition 16 Menschen verletzt.

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In weißen Hemden und mit weißen Fahnen gedachten in der Hauptstadt Caracas zahlreiche Demonstranten der 60 Menschen, die bei den jüngsten Protesten gegen die Regierung ums Leben kamen. Die Polizei stoppte den Gedenkmarsch zum Sitz des Ombudsmanns und setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. „Das ist kriminelles Verhalten“, sagte der oppositionelle Abgeordnete Luis Florido. „Es war ein Überfall. Aber wir werden die Proteste fortsetzen und ausweiten, denn die Stunde des Wandels in Venezuela ist gekommen.“

In Venezuela protestieren seit Monaten Opposition und viele Bürger für den Sturz Maduros, dem sie die Verantwortung für die schlechte wirtschaftliche Lage geben. Bei den oft gewaltsamen Protesten und dem harten Vorgehen der Sicherheitskräfte starben schon mehr als 50 Menschen. Auslöser der Protestwelle war die zeitweise Entmachtung des Parlaments, das von Regierungsgegnern kontrolliert wird. Maduro wirft der Opposition vor, gemeinsam mit dem Ausland einen Sturz seiner Regierung zu planen.

Maduro sagte, er werde vor den Demonstranten nicht einknicken. Die Opposition verweigere den Dialog, während er die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung vorgeschlagen habe, sagte er am Montag.

In der Bevölkerung herrscht große Wut über die Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land, die Lebensmittel und Medikamente knapp werden lässt. Kritiker werfen Maduro vor, wie ein Diktator zu herrschen, und fordern eine Neuwahl.

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