Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.10.2016

04:51 Uhr

Venezuela

Regierung und Opposition gehen aufeinander zu

Kann ein Wort von ganz oben den Konflikt in Venezuela beenden? Kaum hatte der Papst den umstrittenen Staatschefs Maduro zur Privataudienz gebeten, wollen sich Regierung und Opposition zum Gespräch treffen.

Der Papst als Vermittler: Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro (2.v.l.) wird im Vatikan vom deutschen Erzbischof Georg Gänswein begrüßt. dpa

Privataudienz

Der Papst als Vermittler: Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro (2.v.l.) wird im Vatikan vom deutschen Erzbischof Georg Gänswein begrüßt.

CaracasZur Überwindung der schweren politischen Krise in Venezuela leiten Regierung und Opposition nach Angaben des Vatikans einen nationalen Dialog in die Wege. Bei Beratungen von Vertretern beider Seiten sei für kommenden Sonntag ein Treffen auf der Insel Margarita vereinbart worden, sagte am Montag der Papst-Botschafter in Argentinien, Emil Paul Tscherrig.

Der Vatikan versucht in dem Konflikt zwischen der Regierung und der Opposition in Caracas zu vermitteln. Papst Franziskus empfing den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro am Montag zu einer Privataudienz. Das Kirchenoberhaupt habe beide Seiten zu einem "aufrichtigen und konstruktiven Dialog" aufgerufen, teilte der Vatikan anschließend mit. Maduro sprach von einem warmherzigen Treffen.

Verfassungsbruch: Venezuelas Parlament will Präsident Maduro verklagen

Verfassungsbruch

Venezuelas Parlament will Präsident Maduro verklagen

Hat Venezuela die Demokratie aufgegeben? Das Parlament bezichtigt die Regierung des Verfassungsbruchs. Chaos bricht aus, als rund hundert Regierungsanhänger die Sitzung unterbrechen.

Präsident Maduro begrüßte die Einigung auf einen Dialog und dankte den internationalen Vermittlern. „Der Weg des Vaterlandes ist der Frieden, der Wohlstand und das soziale Glück“, sagte er am Montag. „Mit Liebe und bolivarischer Entschlossenheit schreiten wir voran und vertreiben die Dämonen.“

„Ich sage Papst Franziskus: Wir kämpfen hier gegen den Teufel“, sagte Oppositionsführer Henrique Capriles. Für Mittwoch rief er zu Großdemonstrationen im ganzen Land auf. „Es ist die Stunde gekommen, um die Verfassung zu verteidigen.“

Maduros Gegner streben einen Volksentscheid über die Amtsenthebung des linken Staatschefs an. Doch die Wahlbehörde stoppte die dafür nötige Unterschriftensammlung am Donnerstag bis auf weiteres.

Das von der Opposition kontrollierte Parlament verurteilte dies am Sonntag als einen "Putsch des Maduro-Regimes", sie warf Maduro "Verfassungsbruch" vor. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) nannte Venezuela eine Diktatur.

Venezuela leidet seit dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt an einer schweren Wirtschaftskrise, es fehlt in dem südamerikanischen Land an Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs. Wegen der Versorgungsengpässe gab es in dem südamerikanischen Land zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden mehrere Menschen getötet. Die Opposition macht Maduro und seine Regierung für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×