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19.03.2012

01:08 Uhr

Venizelos

Griechische Sozialisten wählen neuen Chef

Viele verbinden den scheidenden griechischen Sozialistenchef Papandreou mit Schuldenkrise und Chaos. Nun soll Finanzminister Venizelos die Pasok aus dem Umfragetief holen. Spätestens im Mai stehen Parlamentswahlen an.

Evangelos Venizelos, Finanzminister und neuer Chef der griechischen Sozialisten. dpa

Evangelos Venizelos, Finanzminister und neuer Chef der griechischen Sozialisten.

Athen/Frankfurt Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos soll die Sozialisten in den bevorstehenden Wahlkampf führen. Er ist am Sonntag zum neuen Parteichef der griechischen Sozialisten gewählt worden. Nach der Auszählung von 29 Prozent der Wahlkreise votierten rund 96 Prozent der Parteimitglieder und Unterstützer der Sozialisten für Venizelos. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. „Ich bin mir bewusst welche Fehler, wir (die Sozialisten) gemacht haben. Ich weiß, wie verbittert die Menschen sind“, sagte Venizelos.

Er wolle seiner Partei zu einer „Wiedergeburt“ verhelfen, kündigte Venizelos in einer Fernsehansprache am Abend an. Griechenland könne jetzt hoffen, sagte er weiter. Das Land brauche jetzt „Arbeit und Solidarität“, hieß es. „Wir starten“, sagte Venizelos. An der Urabstimmung haben sich nach ersten Schätzungen mehr als 200 000 Menschen beteiligt. Das sei fast doppelt so viel wie von den Organisatoren erwartet, hieß es aus Parteikreisen. Die griechischen Sozialisten sind unter anderem wegen der Finanzkrise politisch schwer angeschlagen, wollen mit der neuen Parteiführung einen politischen Neuanfang wagen.

Hier wollte Griechenland sparen

576 Millionen Euro

Einsparungen bei Ausgaben für Medikamente

537 Millionen Euro

Kürzungen bei Gesundheits- und Rentenfonds; 500 Millionen davon entstammen dem Budget einer neuen nationalen Organisation, die die Grundversorgung im Gesundheitswesen sicherstellen
soll, 15 Millionen Euro aus einem Fonds der Telefongesellschaft OTE und 21 Millionen aus einem Fonds der öffentlichen Stromversorger

400 Millionen Euro

Einsparungen im Verteidigungshaushalt, davon 300 Millionen durch Verzicht auf Neuanschaffungen und 100 Millionen bei den laufenden Kosten

400 Millionen Euro

Kürzungen bei öffentlichen Investitionen

386 Millionen Euro

Kürzungen bei Haupt- und Zusatzrenten

205 Millionen Euro

Einsparungen bei Personalausgaben

200 Millionen Euro

Einsparungen bei den Verwaltungsausgaben der Ministerien

86 Millionen Euro

Kürzungen im Haushalt des Agrar- und Nahrungsmittelministeriums, vor allem durch Streichung von Subventionen

80 Millionen Euro

Kürzungen im Bildungswesen, darunter 39 Millionen Einsparungen bei den Gehältern von Ersatzlehrern und Lehrern an griechischen Schulen im Ausland sowie zehn Millionen bei Forschung und Technologieförderung

70 Millionen Euro

Kürzung der Wahlkampfunterstützung

66 Millionen Euro

Einsparungen im Haushalt des Finanzministeriums durch Kürzung der Pensionen

59 Millionen Euro

Kürzungen bei der Kommunalförderung

50 Millionen Euro

Streichung von Überstunden von Ärzten in staatlichen Krankenhäusern

43 Millionen Euro

Kürzungen der Unterstützungsleistungen für Familien mit mehr als drei Kindern

25 Millionen Euro

Kürzungen im Kultur- und Tourismushaushalt

3 Millionen Euro

Kürzungen bei den Personalausgaben der staatlichen Versorger

Die griechische Presse ging davon aus, dass Venizelos vielleicht sogar schon am Montag von seinem Amt als Finanzminister zurücktreten wird, damit er seine Partei auf den harten Wahlkampf vorbereiten kann. Der bisherige Vorsitzende Giorgos Papandreou hatte im Januar seinen Abschied von der Parteispitze angekündigt.

Umfragen deuteten zuletzt auf ein desaströses Ergebnis bei der vorgezogenen Parlamentswahl hin, die spätestens Anfang Mai erwartet wird.

Die Partei liegt aber Umfragen zufolge deutlich hinter den Konservativen. Kam die Partei 2009 noch auf 44 Prozent der Stimmen, liegt sie derzeit in Umfragen bei 9 bis 15 Prozent.

Kommentare (7)

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Crash

18.03.2012, 18:40 Uhr

Die Griechen sollen wieder in ihre Militärdiktatur gehen .

Keine EU u. keinen Euro . Zu dieser Zeit ging es den

Griechen nicht so schlecht wie heute .

Der totale Volksaufstand ist nur noch eine Frage der Zeit.

Beim_Zeus

18.03.2012, 22:49 Uhr

@Crash
Wie verblendet und armselig kann eine menschenähniche Kreatur sein, um solche Kommentare zu äußern?

Abscheulich!!

Beim_Zeus

18.03.2012, 22:52 Uhr

@Analyst

Und Du bist Gott sei Dank nicht DER typische Deutsche!! Denn der beleidigt nicht!!

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