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12.10.2016

03:23 Uhr

Verbannung in Nordkorea

Kim Jong Un bestraft Vize-Außenminister

So geht Regieren in Nordkorea: Kim Jong Un macht seinen Vize-Außenminister für die Flucht eines Diplomaten nach Südkorea verantwortlich – und schickt den 72-Jährigen in die Verbannung aufs Land.

Der nordkoreanische Machthaber hat seinen Vize-Außenminisr samt Familie mit Verbannung bestraft. AP

Kim Jong Un

Der nordkoreanische Machthaber hat seinen Vize-Außenminisr samt Familie mit Verbannung bestraft.

SeoulNordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seinen Vize-Außenminister nach Informationen südkoreanischer Medien abgestraft und ihn zusammen mit seiner Familie in die Verbannung geschickt. Kung Sok Ung sei bestraft worden, weil sich einer der auswärtigen Diplomaten nach Südkorea absetzte, berichtete das südkoreanische Massenblatt JoongAng Ilbo am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise.

Ende Juli war der stellvertretende nordkoreanische Botschafter in Großbritannien, Thae Yong Ho, mit seiner Familie nach Südkorea geflohen. Vize-Außenminister Kung sei für die Botschaften seines Landes in Europa zuständig gewesen und deshalb für den Fall zur Rechenschaft gezogen worden.

Er habe die Hauptstadt Pjöngjang mit seiner Familie verlassen müssen und aufs Land ziehen müssen. Der 72-jährige Kung galt als Veteran der nordkoreanischen Außenpolitik, der sich fast zwei Jahrzehnte lang um die Beziehungen zu Russland und Europa kümmerte.

Das stalinistisch regierte Nordkorea gehört zu den am stärksten abgeschotteten Ländern der Welt, es herrscht Zensur, und die Opposition wird unterdrückt. Mit Südkorea besteht seit dem Koreakrieg (1950-1953) ein Waffenstillstand, ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen. Seit Jahren fordert die nordkoreanische Führung die Weltgemeinschaft mit ihrem Atomwaffenprogramm heraus.

Seit Kim im Jahr 2011 die Macht in Nordkorea übernahm, hat er zahlreiche Hinrichtungen angeordnet und ranghohe Funktionäre bestraft, um seine Position zu festigen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur nennt die Zahl von hundert hingerichteten Funktionären unter Kims nunmehr fünfjähriger Herrschaft.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Peter Delli

12.10.2016, 09:12 Uhr

Guter Mann, das System sollte man auf die EU übertragen. Die Heime könnten mit
der bekannten sozialistischen Tradition in Sibirien sein.

Account gelöscht!

12.10.2016, 09:32 Uhr

@ Delli
Ich gebe Ihnen sowas von Recht.
Kim Jong sollte mal eine Freundschaftsanfrage bei Putin machen. Dazu noch Trump und unsere Welt ist wieder in Ordnung.
Das nenne ich dann wahre Demokratie. Und nicht so Vasallen der EU und USA wie Merkel und diese nicht gewählte Regierung

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