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16.10.2013

20:10 Uhr

Verdacht auf Geldwäsche

US-Firma durchleuchtet päpstliche Güterverwaltung

Die US-Beratungsfirma Promontory Financial Group untersucht schon seit Mai die Konten der Vatikanbank. Jetzt soll es sich auch um die päpstliche Güterverwaltung APSA kümmern.

In einem Bericht monierte der Europarat an, dass vor allem die Kontrolle der Vatikanbank durch die Finanzbehörde unzureichend sei. dpa

In einem Bericht monierte der Europarat an, dass vor allem die Kontrolle der Vatikanbank durch die Finanzbehörde unzureichend sei.

VatikanstadtDer Vatikan hat eine US-Beratungsfirma mit der Überprüfung der päpstlichen Güterverwaltung APSA betraut. Wie der Heilige Stuhl mitteilte, handelt es sich um das global tätige Unternehmen Promontory Financial Group, das seit Mai bereits die Konten der Vatikanbank unter die Lupe nimmt. Die Vatikanbank, die offiziell Istituto per le Opere di Religione (IOR) heißt, verwaltet fast 19.000 Konten, insbesondere von Geistlichen und Vatikan-Angestellten, und hat eine Bilanzsumme von 6,3 Milliarden Euro.

Chef der APSA ist der italienische Kardinal Domenico Calcagno, der auch dem Kardinalsausschuss zur IOR-Überprüfung angehört. Die APSA machte immer wieder durch Affären von sich reden. So wurde der dort als Rechnungsprüfer tätige Prälat Nunzio Scarano Ende Juni auf Anordnung der italienischen Justiz unter dem Verdacht der Geldwäsche für die Vatikanbank festgenommen. Diese veröffentlichte Anfang des Monats im Bemühen um mehr Transparenz erstmals einen Rechenschaftsbericht.

Der Europarat hatte die ins Zwielicht geratene Vatikanbank im Juli zu mehr Einsatz im Kampf gegen Geldwäsche aufgefordert. In einem Bericht monierte das Gremium, dass vor allem die Kontrolle der Bank durch die vatikanische Finanzbehörde unzureichend sei. IOR-Chef ist seit Februar der deutsche Finanzexperte Ernst von Freyberg.

Von

afp

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