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29.01.2015

14:08 Uhr

Verdacht auf Landesverrat

Russin droht lange Haftstrafe

Eine siebenfache russische Mutter soll bei der ukrainischen Botschaft russische Truppenbewegungen gemeldet haben. In der vergangenen Woche wurde sie festgenommen. Jetzt droht der Frau eine lange Haftstrafe.

Weil sie der ukrainischen Botschaft russische Truppenbewegungen gemeldet haben soll, sitzt eine Russin in Untersuchungshaft. AFP

Weil sie der ukrainischen Botschaft russische Truppenbewegungen gemeldet haben soll, sitzt eine Russin in Untersuchungshaft.

MoskauEin Anruf bei der ukrainischen Botschaft in Moskau könnte eine Russin für viele Jahre hinter Gitter bringen. Swetlana Dawydowa wurde in der vergangenen Woche unter dem Verdacht des Landesverrats festgenommen, weil sie der Botschaft in dem Telefonat russische Truppenbewegungen gemeldet haben soll, wie ihr Ehemann Anatoli Gorlow am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Laut ihrem Anwalt Andrej Stebenew sitzt die siebenfache Mutter in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Der Vorfall liegt schon etwa ein Dreivierteljahr zurück: Die 36-Jährige, die wie ihr Mann gegen die russische Krim-Annexion und die Kämpfe in der Ukraine ist, rief im April vergangenen Jahres die ukrainische Botschaft an, weil nach ihren Beobachtungen der Militärstützpunkt in ihrer Heimatstadt Wjasma plötzlich leer war. Wjasma liegt rund 240 Kilometer westlich von Moskau. Sie habe vermutet, dass die dort stationierten russischen Soldaten in die Ukraine geschickt worden seien, sagte ihr Mann.

„Sie hat angerufen, wo sie nicht anrufen sollte, und hat gesagt, was sie nicht hätte sagen sollen“, sagte Anwalt Stebenew. Ausführlicher dürfe er sich nicht äußern, weil es sich um „Staatsgeheimnisse“ handele. Dawydowa sitzt im berüchtigten Moskauer Gefängnis Lefortowo ein. Mit ihrem Mann hat sie vier gemeinsame Kinder; drei weitere hat sie aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe gebracht. Ihre jüngste Tochter, ein zweieinhalb Monate altes Kind, stillt sie demnach noch.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Ihm sei gedroht worden, das Sorgerecht für seine Kinder zu verlieren, wenn er nicht mit den Behörden kooperiere, sagte Gorlow. Die Computer der Familie seien bei der Festnahme beschlagnahmt worden.

Im April vergangenen Jahres hatten die Kämpfe zwischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen im Osten der Ukraine begonnen. Der Westen wirft Moskau vor, die Separatisten mit Ausrüstung und Truppen zu unterstützen. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.01.2015, 10:43 Uhr

Russin droht lange Haftstrafe

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Ist es in Europa nicht genauso ?

Wie war es im Fall " BARSCHEL " ???
- Waren da nicht Männer mit lange Mäntel vor dem haus gestanden um Einschüchterungen zu betreiben ?

Hat man den Fall Barschel schon vergessen in Deutschland ?????




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