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28.02.2014

12:19 Uhr

Verdacht auf „schwere Geldwäsche“

Schweiz ermittelt gegen Janukowitsch

Die Schweizer Polizei durchsucht Büros einer Firma des ukrainischen Ex-Präsidenten Janukowitsch in Genf. Auch Österreich reagiert. Das Land friert die Vermögen von 18 Ukrainern ein.

Im Visier der Schweizer Polizei: Viktor Janukowitsch. dpa

Im Visier der Schweizer Polizei: Viktor Janukowitsch.

Die Schweizer Behörden haben Ermittlungen wegen „schwerer Geldwäsche“ gegen den gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und seinen Sohn Alexander aufgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft im Kanton Genf am Freitag mitteilte, durchsuchte die Finanzpolizei bereits am Donnerstag Büroräume einer Firma, die Alexander Janukowitsch gehört.

Die Schweiz sperrte zudem die Auslandskonten von 20 einstigen Amtsträgern in der Ukraine, darunter auch Konten von Janukowitsch und seinem Sohn. Die Regierung in Bern veröffentlichte am Freitag eine Liste der betroffenen Personen, die meisten von ihnen sind ehemalige Minister der gestürzten Regierung.

Die Ukraine steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise und ist akut vom Staatsbankrott bedroht. Die Übergangsregierung in Kiew macht den „korrupten“ Janukowitsch-Clan für die finanzielle Misere verantwortlich, der Milliardensummen veruntreut und außer Landes geschafft habe.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Ukraine

Rohstoffe

Das flächenmäßig nach Russland größte europäische Land besitzt jede Menge davon: Eisenerz, Kohle, Mangan, Erdgas und Öl, aber auch Graphit, Titan, Magnesium, Nickel und Quecksilber. Von Bedeutung ist auch die Landwirtschaft, die mehr zu Bruttoinlandsprodukt beiträgt als Finanzindustrie und Bauwirtschaft zusammen. Etwa 30 Prozent der fruchtbaren Schwarzerdeböden der Welt befinden sich in der Ukraine, die zu den größten Weizenexporteuren gehört. In der Tierzucht spielt das Land ebenfalls eine führende Rolle.

Wirtschaftskraft

Sie ist gering. Das Bruttoinlandsprodukt liegt umgerechnet bei etwa 130 Milliarden Euro, in Deutschland sind es mehr als 2700 Milliarden Euro. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nicht einmal 3900 Dollar im Jahr. Wuchs die Wirtschaft 2010 um 4,1 und 2011 um 5,2 Prozent, waren es 2012 noch 0,2 Prozent. 2013 dürfte es nur zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht haben.

Außenhandel

Exportschlager sind Eisen und Stahl, gefolgt von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und chemischen Produkten. Wichtigstes Importgut ist Gas. Auch Erdöl muss eingeführt werden. Die Ukraine könnte aber vom Energie-Importeur zum -Exporteur werden, weil sie große Schiefergasvorkommen besitzt.

Industrie

Sie ist von der Schwerindustrie geprägt, besonders von der Stahlindustrie, dem Lokomotiv- und Maschinenbau. Ein Grund ist, dass die Sowjetunion einen Großteil der Rüstungsproduktion in ihrer Teilrepublik Ukraine angesiedelt hatte. Eine Westorientierung und die Übernahme von EU-Rechtsnormen könnte das Land zunehmend zum Produktionsstandort für westliche Firmen machen.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner der Ukraine. Gemessen an der Größe des Landes ist das deutsche Handelsvolumen aber unterdurchschnittlich. Zu den wichtigsten deutschen Exportgütern zählen Maschinen, Fahrzeuge, Pharmaprodukte und elektrotechnische Erzeugnisse. Wichtigste ukrainische Ausfuhrgüter sind Textilien, Metalle und Chemieprodukte. Nach Angaben des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft sind knapp 400 deutsche Unternehmen in der Ukraine vertreten. Bei den Direktinvestitionen liegt Deutschland auf Platz zwei hinter Zypern.

Chancen ergeben sich für die deutsche Wirtschaft vor allem im ukrainischen Maschinen- und Anlagenbau. Zudem ist die frühere Sowjetrepublik mit ihren rund 45 Millionen Einwohnern ein potenziell wichtiger Absatzmarkt für Fahrzeuge. Korruption und hohe Verwaltungshürden stehen Investitionen indes im Wege.

Wirtschaftsbeziehungen zur EU

Rund ein Drittel der ukrainischen Exporte fließt in die EU. Eine engere wirtschaftliche Verknüpfung durch ein Handels- und Assoziierungsabkommen liegt auf Eis, nachdem Präsident Viktor Janukowitsch auf russischen Druck seine Unterschrift verweigerte. Für die EU ist die Ukraine für die Versorgung mit Erdgas von Bedeutung. Rund ein Viertel ihres Gases bezieht die EU aus Russland, die Hälfte davon fließt durch die Ukraine.

Wiirtschaftsbeziehungen zu Russland

Mit Abstand wichtigster Handelspartner der Ukraine ist Russland. Ein Drittel der Importe stammt aus dem Nachbarland, ein Viertel der Exporte gehen dorthin. Der Regierung in Moskau ist eine Orientierung der Ukraine nach Westen ein Dorn im Auge. Stattdessen drängt sie das Land zum Beitritt zur Zollunion mit Kasachstan und Weißrussland.

Streit flammt zwischen beiden Ländern immer wieder über Gaslieferungen auf. Die Ukraine importiert fast ihr gesamtes Gas aus Russland, muss dafür aber einen für die Region beispiellos hohen Preis zahlen. Der Konflikt über Preise und Transitgebühren hat in der Vergangenheit zu Lieferunterbrechungen geführt, die auch die Gasversorgung Europas infrage stellten.

Über mögliche Auslandsguthaben Janukowitschs ist offiziell nichts bekannt. Sein Sohn Alexander eröffnete 2011 die Firma Mako Trading in Genf, die auf den Verkauf von ukrainischer Kohle spezialisiert ist. Sein Vermögen wird auf eine halbe Milliarde Dollar (etwa 362 Millionen Euro) geschätzt.

Auch Österreich reagiert. Das Land hat auf Antrag der neuen Regierung in Kiew die Vermögen von 18 Ukrainern eingefroren.Anlass für die Kontensperrungen seien mögliche Verstöße der Inhaber gegen die Menschrechte während der jüngsten Unruhen sowie der Verdacht auf Korruption, sagte Außenminister Sebastian Kurz nach Angaben der Nachrichtenagentur APA am Freitag. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte die Sperrung der Konten. Der Schritt sei eine Vorsichtsmaßnahme, während die EU Sanktionen erwägt, erläuterte Kurz. Er machte jedoch keine Angaben zur Summe des gesperrten Geldes und nannte auch die Namen der Besitzer nicht.

Von

dpa

Kommentare (7)

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28.02.2014, 12:35 Uhr

Bin gespannt auf die von Rußland arangierte Janukowitsch Pressekonferenz; hoffentlich für den Grundschüler Janukowitsch mit Teleprompter, denn sonst weiß er ja nicht was er sagen soll!! :-)) Und nicht vergessen "drei-Wetter taft" die Frisur sitzt! 8 Uhr Sewastopol, 13 Uhr Kharkiv die Frisur sitzt, 18 Uhr Moskau, Putin schreit und die Frisur sitzt immer noch! :-))

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28.02.2014, 12:37 Uhr

Noch eines vergessen; Putin schreit: wo ist mein Geld?? Janukowitsch: "Dein Geld? Ähm.. ich dachte das wäre mein Geld?!

Account gelöscht!

28.02.2014, 12:57 Uhr

Köstlich!

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