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03.08.2015

08:23 Uhr

Vereinte Nationen

Entwicklungsziele bis 2030 festgelegt

Mit den Jahrtausendzielen waren die Vereinten Nationen erfolgreich, jetzt wollen sie einen Schritt weiter gehen. Die 193 Staaten nehmen sich bis 2030 viel vor – und bleiben wohlweislich etwas vage.

Die Zahl der Menschen, die am Tag mit 1,25 Dollar auskommen müssen, hat sich den UN zufolge in den letzten 25 Jahren mehr als halbiert. dpa

Armut und Hunger

Die Zahl der Menschen, die am Tag mit 1,25 Dollar auskommen müssen, hat sich den UN zufolge in den letzten 25 Jahren mehr als halbiert.

New YorkNach dem Erfolg der sogenannten Jahrtausendziele haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf neue Entwicklungsziele für das Jahr 2030 geeinigt. Die Vertreter der 193 Nationen verabschiedeten am Sonntagabend in New York einen Katalog mit 17 sogenannten Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG).

Die in mehr als zwei Jahren ausgehandelten Vorsätze sollen vor allem den Ärmsten der Welt helfen und die Erfolge der Jahrtausendziele sichern. Der Katalog soll im September auf einem Gipfel in New York von den Staats- und Regierungschefs aus aller Welt verabschiedet werden.

Mit den SDG nimmt sich die Menschheit vor, innerhalb der nächsten 15 Jahre „die Armut überall auf der Welt und in jeder ihrer Formen“ und den Hunger zu beseitigen. Weiter soll das Wasserproblem gelöst werden, also allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und einer vernünftigen Toilette garantiert werden. Überall auf der Erde sollen Jungen und Mädchen eine kostenlose Grundschulbildung bekommen. Eine Benachteiligung von Frauen und Mädchen soll es nicht mehr geben und jeder Mensch soll Zugang zu verlässlicher, umweltschonender Energie bekommen.

UN-Friedensmissionen – von Blauhelmen und zivilen Helfern

Aufgabe

Uno-Beobachter sollen in Krisengebieten den Frieden sichern, Waffenruhen überwachen, Menschenrechtsverletzungen verhindern, Flüchtlingen helfen oder Wahlen beobachten.

Anzahl

Derzeit (Stand: 31. Mai 2014) sind rund 115 950 Soldaten, Polizisten und Zivilisten im Einsatz.

Uno-Beschluss

Gemäß der Charta der Vereinten Nationen muss jeder Mission ein Beschluss des Uno-Sicherheitsrats vorausgehen. In ihm werden Art, Dauer und Umfang des Einsatzes festgelegt.

Premiere

Der erste Friedenseinsatz wurde im Mai 1948 genehmigt. Damals bewachten Militärbeobachter den Waffenstillstand zwischen Israel und seinen Nachbarn. Seitdem gab es 69 Uno-Friedensmissionen mit mehr als einer Million Soldaten und zivilen Mitarbeitern.

Zivile und militärische Hilfe

Gegenwärtig laufen 17 friedenssichernde Einsätze. Dabei sind rund 17 200 zivile Uno-Helfer im Einsatz. Etwa 11 850 von ihnen wurden in den jeweiligen Einsatzländern rekrutiert. Zum uniformierten Personal gehören rund 85 500 Soldaten, knapp 1850 Militärbeobachter und etwa 12 400 Polizisten.

Kommando

Die Truppen werden von den Uno-Mitgliedstaaten bereitgestellt, stehen aber unter dem Kommando der Vereinten Nationen. Die Soldaten und Polizisten tragen die Uniform ihres Heimatlandes und sind an blauem Helm, Barett oder Dienstmarke als „Blauhelme“ zu erkennen.

Truppenstärkste Länder

Die größten Truppensteller unter den 123 beteiligten Staaten sind Bangladesch mit fast 8770 und Indien mit 8120 „Blauhelmen“. Deutschland stellt derzeit insgesamt 193 Mann. Die truppenstärksten Einsätze sind mit insgesamt mit mehr als 21 100 Mann im Kongo (seit 2010), mit rund 18 500 im sudanesischen Darfur (seit 2007) und fast 12 000 im Südsudan.

Mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen sollen aber auch „Ungleichheiten“ zwischen den Staaten abgebaut und weltweit Wachstum geschaffen werden. Es soll eine weitere Industrialisierung, aber in „nachhaltiger“ Form geben. Die Ozeane sollen umsichtig genutzt und das Klima geschützt werden.

Im Jahr 2000 hatten Politiker aus aller Welt unter dem UN-Dach die Millennium Development Goals verabschiedet. Innerhalb von 15 Jahren sollte die Zahl der Hungernden halbiert, jedes Kind eine Grundschulbildung bekommen, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesenkt und Frauen und Mädchen gleichberechtigt werden. Auch der Kampf gegen Krankheiten und Klimawandel waren Teil der acht Ziele, für die zum Teil das Jahr 1990 als Vergleichsbasis gewählt wurde.

Die Zahl der Menschen, die am Tag mit 1,25 Dollar auskommen müssen, hat sich den UN zufolge in den letzten 25 Jahren von 1,9 Milliarden auf 836 Millionen mehr als halbiert. Die Kindersterblichkeit fiel um etwas mehr als die Hälfte – angestrebt waren zwei Drittel – von 90 auf 43 Tote je 1000 Kindern unter fünf.

Die Müttersterblichkeit sank um 45 Prozent. Bessere Prävention und Betreuung hätten den Tod von 6,2 Millionen Menschen durch Malaria und 37 Millionen durch Tuberkulose verhindert. Auch bei der Beteiligung von Mädchen und Frauen seien „dramatische Fortschritte“ gemacht worden.

Von

dpa

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