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13.07.2011

22:20 Uhr

Vereinte Nationen

Südsudan wird 193. UN-Mitglied

Südsudan feiert die Unabhängigkeit und nun ist das Land das 193. Mitglied der Vereinten Nationen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle leitete die UNO-Sitzung in New York und sprach von einem „historischen Moment“.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bei den Vereinten Nationen. Quelle: dpa

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bei den Vereinten Nationen.

New York Die Vereinten Nationen werden um einen Staat größer: Nur wenige Tage nach der Unabhängigkeit des Südsudan empfahl der UN-Sicherheitsrat, das afrikanische Land als 193. Mitglied in die Völkergemeinschaft aufzunehmen. Außenminister Guido Westerwelle, der am Mittwoch die Sitzung in New York leitete, sprach von einem „historischen Moment“.

Der Südsudan ist trotz vieler Rohstoffe eines der ärmsten Länder des afrikanischen Kontinents. Formell wird die Aufnahme an diesem Donnerstag von der UN-Generalversammlung beschlossen. Dann wird vor der UN-Zentrale in New York auch gleich die vielfarbige Flagge des neuen Mitgliedsstaates gehisst.

Aus Sorge vor neuer Gewalt haben die UN im bislang größten afrikanischen Land weiterhin mehrere Friedensmissionen im Einsatz. Daran ist auch die Bundeswehr mit einigen Soldaten beteiligt. Der Südsudan hatte sich am Wochenende nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg mit zwei Millionen Toten für unabhängig vom Norden erklärt. Damit ist das bislang größte afrikanische Land geteilt.

Zwischen beiden Seiten schwelen noch zahlreiche Konflikte. Dabei geht es insbesondere um die Grenzziehung sowie die Verteilung von Öl-Einnahmen und bisherigen Staatsschulden. Immer noch sind in der Region Millionen Menschen auf der Flucht.

Der Sicherheitsrat, in dem Deutschland in diesem Monat die Geschäfte führt, empfahl die Aufnahme des 54. afrikanischen Landes ohne Gegenstimmen. Die Resolution trägt die Nummer 1999. Als amtierender Ratsvorsitzender sagte Westerwelle, dies zeige auch, dass Afrika ein „Kontinent im Aufbruch“ sei. Auch für die deutsche Wirtschaft gebe es dort neue Chancen. Deutschland werde sich dafür einsetzen, dass Süden und Norden des Sudan eine „stabile und friedliche Entwicklung“ nehmen können.

Zugleich warnte der FDP-Politiker davor, die kleiner gewordene Republik Sudan aus den Augen zu verlieren. „Es geht um eine gute friedliche Entwicklung vom Sudan insgesamt. Dies wird nur gelingen, wenn man die gesamte Region in der Aufmerksamkeit behält.“

Die Aufnahme des Südsudan in die Vereinten Nationen erfolgte ungewöhnlich schnell. Oft vergehen Monate oder Jahre, bis ein neuer Staat in die UN kommt. Die Vereinten Nationen wurden 1945 von damals 50 Staaten gegründet. Die beiden früheren deutschen Staaten Bundesrepublik und DDR kamen 1973 hinzu, das wiedervereinigte Deutschland ist seit 1990 Mitglied. Zuletzt trat vor fünf Jahren Montenegro bei.

Von

dpa

Kommentare (1)

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MikeM

13.07.2011, 22:52 Uhr

Bin gespannt, wann wir den retten müssen. Schließlich sind mit der Staatsgründung ja auch Kosten verbunden, die das Land nie und nimmer alleine tragen kann! Ich denke mal, 100 Mrd für den Anfang müsste genügen.

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