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22.02.2013

10:53 Uhr

Vereinte Nationen

UNO stärkt ihr Umweltprogramm

Es sei ein „längst überfälliger Schritt“ meinte der deutsche Delegationsleiter Jochen Flasbarth: Nach längeren Verhandlungen gehören bald alle UNO-Mitglieder auch dem Umweltprogramm UNEP an. Eine deutliche Aufwertung.

Jochen Flasbarth: Bei seiner Gründung habe UNEP kaum Bedeutung gehabt, weil keine Strukturen geändert werden sollten. dapd

Jochen Flasbarth: Bei seiner Gründung habe UNEP kaum Bedeutung gehabt, weil keine Strukturen geändert werden sollten.

NairobiDas Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) wird aufgewertet: Um das Mandat zu stärken, sollen ab sofort alle UN-Staaten der Welt der Institution angehören. Dies wurde am Ende eines fünftägigen Treffens der Organisation in der kenianischen Hauptstadt Nairobi bekannt. Bisher bestand das UNEP aus einem Rat mit ständig wechselnden Staaten.

Lebensmittel in einer Bio-Mülltonne. dpa

Lebensmittel in einer Bio-Mülltonne.

„Bei der Gründung des Programms Anfang der 1970er Jahre hatte der Umweltschutz weltweit kaum Bedeutung, und es hat sehr lange gedauert, die damals eingeführte Struktur zu ändern“, sagte der deutsche Delegationsleiter und Präsident des Umweltbundesamts Jochen Flasbarth am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Die Stärkung des UNEP war längst überfällig und ist ein sehr wichtiger Schritt.“

Künftig soll es regelmäßig weltweite Umweltversammlungen in Nairobi geben. Ziel sei es, großen internationalen Verhandlungen etwa zu Themen wie Klimaschutz, „Green Economy" oder Chemikalien entscheidende Impulse zu geben und sie schneller voranzubringen, betonte Flasbarth.

Die Chefs sind Franzosen (oder Deutsche)

IWF

Beim Internationalen Währungsfond (IWF) besetzt die französische Rechtsanwältin und Politikerin Christine Lagarde die Chefposition als geschäftsführende Direktorin. Deutschland geht bei den Chefposten leer aus, obwohl der deutsche Anteil am Budget bei 6,1 Prozent liegt. Der Anteil deutscher Mitarbeiter insgesamt beim IWF liegt bei 4,6 Prozent - der im Top-Management bei 3,1 Prozent.

WTO

Seit 2005 ist Pascal Lamy der Boss bei der World Trade Organisation (WTO). Nachdem er zuvor das Amt des EU-Kommissars für Außenhandel bekleidete, ist er vor sechs Jahren zum Generaldirektor der WTO aufgestiegen. Deutschland besetzt in dieser Organisation weder eine Chefposition, noch irgendeine Stelle im Top-Management. Der Anteil deutscher Mitarbeiter insgesamt bei der WTO liegt bei 5,5 Prozent, Deutschlands Anteil am Budget beträgt hingegen 8,9 Prozent.

EU-Kommission

In der Europäischen Kommission sitzt seit 2004 der Spanier José Manuel Barroso auf dem Chefsessel. Jeweils ein Deutscher und ein Franzose sitzen als Kommissare in der Kommission. Günther Oettinger kümmert sich um Energie, der Franzose Michel Barnier um Binnenmarkt und Dienstleistungen. Im Top-Management der Kommission sind 14,6 Prozent der Stellen mit Deutschen besetzt - auf alle Mitarbeiter bezogen liegt der deutsche Anteil bei 10,6 Prozent. Deutschlands Anteil am Budget beträgt beachtliche 20 Prozent.

EZB

Noch ist der Franzose Jean-Claude Trichet Präsident der Europäischen Zentralbank, doch seine Tage sind gezählt - am 31. Oktober endet seine Amtszeit. Als heißer Kandidat für die Nachfolge gilt Jörg Asmussen, der derzeit noch Staatssekretär im Finanzministerium ist. Mehr als ein Viertel aller Mitarbeiter in der EZB sind Deutsche (28,1 Prozent) und der Anteil im Top-Management liegt bei 16,7 Prozent. Deutschlands Anteil am Kapital der EZB beträgt 18,9 Prozent.

EBRD

An der Spitze der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) steht ein Deutscher: Der SPD-Politiker Thomas Mirow leitet seit 2008 die Geschicke des Hauses. Bei der Osteuropabank sitzt kein Franzose auf einem hohen Posten. Die Zahlen über deutsche Mitarbeiter insgesamt und der Anteil an deutschen Kapital liegen nicht vor.

EFSF

Im Juni 2010 wurde die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) gegründet. Sie ist eher unter dem Namen Europäischer Rettungsschirm bekannt. Chef der Aktiengesellschaft ist der Deutsche Klaus Regling. Im Finanzvorstand sitzt der Franzose Christophe Frankel. Die Zahlen über deutsche Mitarbeiter insgesamt und der Anteil an deutschen Kapital liegen nicht vor.

Am Rande der Konferenz mit rund 1000 Teilnehmern waren Minister und Delegationsleiter zu einem ungewöhnlichen Abendessen eingeladen: Es wurden Lebensmittel serviert, die von Supermärkten abgelehnt worden waren - entweder weil sie zu unansehnlich oder weil sie zu klein waren. „Eine großartige Aktion, die zeigt, wie pervers es ist, dass Lebensmittel einfach weggeworfen werden“, erklärte Flasbarth.

Von

dpa

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