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04.10.2012

14:19 Uhr

Vergeltungsschläge

Türkei gibt grünes Licht für Militäreinsatz in Syrien

Das türkische Parlament stimmt für einen militärischen Auslandseinsatz in Syrien. Schon jetzt sind Hunderttausende in Syrien auf der Flucht. Der Europarat fordert alle europäischen Länder auf, die Grenzen zu öffnen.

Syrische Rebellen blicken auf ein brennendes Haus. dpa

Syrische Rebellen blicken auf ein brennendes Haus.

Ankara/Beirut/BerlinDas türkische Parlament hat der Regierung und der Armee am Donnerstag grünes Licht für eine militärische Intervention im Nachbarstaat Syrien gegeben. In nicht-öffentlicher Sitzung stimmten 286 Abgeordnete für das auf ein Jahr befristete Mandat für Auslandseinsätze, 92 dagegen, wie der Nachrichtensender CNN-Türk meldete. Laut einer Meldung des türkischen Senders NTV erhielt die Vorlage 320 Ja-Stimmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach den Übergriffen an der syrisch-türkischen Grenze beide Länder zur Zurückhaltung aufgerufen. "Wir verurteilen aufs Schärfste die syrischen Angriffe auf die Türkei", sagte sie am Donnerstag nach einem Treffen mit dem jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi in Berlin. "Wir rufen gleichzeitig alle Beteiligten zu großer Besonnenheit auf."

An der klaren Verurteilung Syriens können es keinen Zweifel geben. "Wir stehen an der Seite der Türkei", versicherte die Kanzlerin dem Nato-Partner. Sie glaube aber auch, dass gleichzeitig Besonnenheit das Gebot der Stunde sei.

Türkei übt Vergeltung

Video: Türkei übt Vergeltung

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Russland hat Syrien aufgefordert, den Beschuss türkischen Territoriums vom Mittwoch als Versehen zu erklären, das sich nicht wiederholen werde. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag, der russische Botschafter habe mit der syrischen Regierung über den Vorfall gesprochen. Dabei habe die syrische Seite erläutert, dass es sich um ein "tragisches Versehen" gehandelt habe und zugesichert, dass so etwas nicht noch einmal passiere. "Wir denken, dass es von fundamentaler Bedeutung für Damaskus ist, dies offiziell zu erklären", sagte Lawrow.

Angesichts der dramatischen Lage in Syrien hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats alle Länder in Europa sowie Israel aufgefordert, ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen. Sie müssten "angemessene Einrichtungen" für die Aufnahme der Flüchtlinge und "jede notwendige Hilfe" bereitstellen, verlangten die Abgeordneten aus den 47 Mitgliedsländern am Donnerstag in einer Entschließung. Das "Schweigen der internationalen Gemeinschaft" zu den zahlreichen Flüchtlingen habe "schon viel zu lange gedauert".

Kommentare (27)

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Account gelöscht!

04.10.2012, 09:00 Uhr

Lügen, lügen, lügen. Die NATO will die Zerstörung Syriens, damit sie endlich den Krieg gegen den Iran beginnen können. Nur so lässt sich unserer korruptes Finanzsystem noch ein paar Monate länger am Leben erhalten.
Wir werden gerade Zeugen eines weiteren Kriegsverbrechen und wir als NATO-Mitglied machen uns mitschuldig.

Thomas-Melber-Stuttgart

04.10.2012, 09:13 Uhr

Hat die NATO auch die Anschläge gestern in Aleppo verurteilt?

Account gelöscht!

04.10.2012, 09:29 Uhr

Wer hat denn die Granate in Syrien abgeschossen? War es wirklich die syrische Armee oder die Rebellen? Könnte es sein, dass Israel dahintersteckt, um mittelfristig den Iran anzugreifen. Ein Angriffkrieg wäre nach Völkerrecht zu verurteilen. Selbstverteidigung natürlich nicht.

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