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22.05.2011

15:14 Uhr

Vergewaltigungsvorwürfe

Strauss-Kahn muss für seine eigene Bewachung zahlen

Die Überwachung von Dominique Strauss-Kahn ist aufwändig. Und der wegen versuchter Vergewaltigung beschuldigte frühere IWF-Chef muss die Kosten dafür ganz allein aufbringen.

Die amerikanische Fahne weht vor dem Gebäude, in dem Dominique Strauss-Kahn untergekommen sein soll. Quelle: Reuters

Die amerikanische Fahne weht vor dem Gebäude, in dem Dominique Strauss-Kahn untergekommen sein soll.

New YorkNach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft steht der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn unter permanenter Bewachung - und muss dafür rund 200.000 Dollar pro Monat aus eigener Tasche bezahlen. Am Sonntag stand Strauss-Kahn weiter in einem New Yorker Hochhaus unter Hausarrest. Dort wartete er auf seine Verlegung in ein anderes Gebäude. Vorerst durfte der 62-Jährige die Wohnung nicht verlassen.

Strauss-Kahn sollte ursprünglich in einem Wohnhaus an der Upper East Side untergebracht werden. Die Bewohner des Hauses beschwerten sich allerdings über die zahlreichen Polizisten und Medienvertreter vor ihrer Tür. Daher wurde Strauss-Kahn stattdessen vorläufig in das 21 Stockwerke hohe Empire Building gebracht. Es liegt im sogenannten Eisernen Ring, einem Netzwerk aus Sicherheitskameras privater Unternehmen und der Polizei.

Schon kurz nach der Haftentlassung war die Adresse Strauss-Kahns bekanntgeworden. Vor dem Gebäude fuhren Sendewagen der Medien auf. Zahlreiche Journalisten warteten auf der Straße, um einen Blick auf den Mann zu erhaschen, der noch vor einer guten Woche zu den mächtigsten der Welt gehörte. So mancher neue Nachbar zeigte sich wenig erbaut: „Mir gefällt das nicht“, sagte der 29-jährige Ian Horovitz. „Ich mag den ganzen Wirbel und die vielen Menschen vor der Tür überhaupt nicht.“

Für seine Bewachung muss Strauss-Kahn pro Monat Schätzungen zufolge rund 200.000 Dollar ausgeben. Das Geld fließt in die Bezahlung seiner Bewacher, die Installation von Überwachungskameras und in eine elektronische Fußfessel, die einen Alarm auslöst, wenn er den ihm zugewiesenen Bereich verlässt. Nach seiner Verlegung darf Strauss-Kahn die neue Wohnung nur für Gerichtstermine, Arztbesuche und wöchentliche Gottesdienste verlassen. Die Staatsanwaltschaft muss mindestens sechs Stunden vorher über geplante Ausgänge informiert worden.

Zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr darf Strauss-Kahn nicht nach draußen. Allerdings kann er Besuch empfangen. Zusätzlich zu Familienmitgliedern dürfen sich bis zu vier weitere Personen in der Wohnung aufhalten.

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