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23.02.2012

08:57 Uhr

Verhältnismäßigkeit

EU-Kommissar will Banker-Boni deckeln

EU-Kommissar Michel Bernier will Bonuszahlungen an Bankmitarbeiter stärker regulieren. Ein Gedanke: Das höchste Gehalt sollte in einem fairen Verhältnis zum niedrigsten Lohn einer Bank stehen.

Michel Barnier will den Bankensektor stärker regulieren. AFP

Michel Barnier will den Bankensektor stärker regulieren.

BerlinEU-Kommissar Michel Barnier erwägt schärfere Regeln gegen hohe Bonuszahlungen an Bankmitarbeiter. „Ich denke zum Beispiel über die interessante Idee nach, dass das höchste Gehalt in einer Bank ein bestimmtes Verhältnis zum niedrigsten Lohn dort nicht übersteigen darf“, sagte Barnier der „Süddeutschen Zeitung“. Es gehe nicht nur um mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft, sondern auch um mehr Fairness zwischen den Mitarbeitern einer Bank. Schließlich habe die Finanzkrise schwerwiegende Folgen gehabt wie Belastungen der Steuerzahler und Arbeitslosigkeit.

Vor diesem Hintergrund seien hohe Banker-Boni ungerechtfertigt, erklärte der Franzose, der in der EU-Kommission für den Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständig ist. Er prüfe derzeit, wie die EU-Regeln für Boni in den einzelnen Ländern umgesetzt wurden. „Danach werde ich vielleicht neue Regeln vorschlagen. Die Banker müssen verstehen, dass sie wie ein Teil der Gesellschaft handeln müssen - und nicht wie ihr Feind“, sagte der frühere französische Außenminister.

Außerdem will Barnier Gesetzesvorschläge machen, denen zufolge Banken und Versicherer ihre Kunden besser über Finanzprodukte und ihre Gebühren informieren müssen. Zugleich bekräftigte er die Absicht, Ratingagenturen schärfer zu regulieren.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch mit dem Startschuss für eine Expertengruppe die Reform des europäischen Bankensektors angestoßen. Barnier ernannte acht Fachleute, die unter Leitung des finnischen Notenbankchefs Erkki Liikanen ihre Arbeit aufnehmen sollen. Sie sollen den Reformbedarf des Bankensektors prüfen und gegebenenfalls in ihrem bis September erwarteten Bericht konkrete Vorschläge erarbeiten.

Der Gruppe gehören der Frankfurter Bankprofessor Jan Pieter Krahnen, EADS-Chef Louis Gallois und der ehemalige Unicredit-Vorstandsvorsitzende Alessandro Profumo an. Sie sollen etwa untersuchen, ob eine Trennung des Investment-Bankings vom Massenkundengeschäft die Stabilität des Bankensektors verbessern kann.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Euro-Krake

23.02.2012, 09:13 Uhr

Zum Glück kommt niemand in Brüssel auf die Idee, die völlig überzogenen Einkünfte, Spesen und Versorgungsansprüche unserer EU-Parlamentarier und EU-Beamten in Frage zu stellen, die kein Mensch braucht und kein Mensch wirklich gewählt hat.

Account gelöscht!

23.02.2012, 10:26 Uhr

Dem kann ich mich nur noch anschließen.
Danke

AckermannSpezl

23.02.2012, 10:57 Uhr

diese idee sollte nicht nur für banker gelten sondern in jedem wirtschaftsmanagement und auch bei zu hoch bezahlten beamten anwendung finden.

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