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13.01.2012

17:38 Uhr

Verhandlungen ausgesetzt

Athen droht Gläubigern mit Zwangsverzicht

Die Gespräche über den griechischen Schuldenschnitt drohen zu scheitern: Griechenland ist mit den freiwilligen Angeboten der privaten Banken nicht zufrieden - und droht statt dessen nun mit Zwangsmaßnahmen.

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. dpa

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos.

AthenOffiziell sind die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands mit dem internationalen Bankenverband IIF nur vertagt worden. Nach Angaben des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos sollen die Gespräch am Mittwoch in Athen fortgesetzt werden, er kommentierte die Gespräche aber nur noch lediglich als „nützlich“.

Offenbar will die griechische Regierung den Ansatz eines freiwilligen Forderungsverzichts nun ganz aufgeben und private Gläubiger notfalls per Gesetz zu einem erheblichen Schuldenschnitt zwingen. Ein Regierungssprecher in Athen schloss einen solchen Schritt nicht mehr aus. Die Regierung habe aber noch nicht entschieden, ob sie ein entsprechendes Gesetz ins Parlament einbringen wolle. Ein Verhandlungsinsider erklärte, die Unterhändler seien inzwischen weniger optimistisch, was die Chancen auf eine Einigung angehe.

In einer IIF-Erklärung hieß es, die Gespräche seien unterbrochen, um „Zeit für ein Nachdenken über die Vorteile eines freiwilligen Ansatzes“ zu gewinnen. Trotz der Anstrengungen der griechischen Regierung habe der vorgelegte Vorschlag nicht zu einer konstruktiven Antwort aller Teilnehmer geführt.

Bei einem Scheitern drohten katastrophale Folgen für Griechenland und Europa. Aber ein Zwangsverzicht würde zu womöglich noch größeren Folgen führen - denn die Ratingagenturen hatten damit gedroht, in einem solchen Fall Griechenland als bankrott zu erklären - was wiederum Europas Banken erschüttern würde.

Die griechische Zeitung „Ta Nea“ hatte berichtet, die Regierung wolle spätestens am Montag ein Gesetz vorlegen, mit dem auch unwillige Gläubiger zu einem Forderungsverzicht in Form eines Anleihentauschprogramms gezwungen werden könnten.

Die Schuldengespräche führen Venizelos, der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos und der Chef des internationalen Bankenverbands IIF Charles Dallara. Am Vortag hatte der IIF erklärt, es gebe immer noch „ungelöste Kernpunkte“ und die Zeit werde knapp. Wo genau die Knackpunkte liegen, wurde offiziell nicht bekannt. „Gestern waren wir vorsichtig und zuversichtlich“, sagte eine Person, die den griechischen Verhandlungsführern nahe steht. „Heute sind wir weniger optimistisch.“

Kommentare (27)

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Account gelöscht!

13.01.2012, 17:50 Uhr

Na, denen muss Resteuropa natürlich noch mehr helfen. Denn nur so können die dieses Spielchen irgendwann auch mit uns spielen...
Die sollen endlich eine Reichensteuer einführen. Aber nein! Statt dessen presst man lieber die halbe Welt aus, weil die ja dumm genug ist, mitzuspielen.
Hellas Hurra!

Account gelöscht!

13.01.2012, 17:56 Uhr

@Jannemann

Die Griechen sind wirklich nicht dumm. Dumm sind...ja und auch das deutsche Volk.

whoknows

13.01.2012, 17:56 Uhr

Ein erzwungener freiwilliger kollektiver Haircut, auf so einen Schwachsinn kann auch nur die EU mit ihren Technokraten kommen.

Aber kein Problem, muss halt der europäische Steuerzahler etwas mehr bürgen. Kein Problem, sagt Barroso.

Also bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.

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