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18.04.2013

20:47 Uhr

Verhandlungen dauern an

Wieder kein Kosovo-Abkommen

Auch der neunte Vermittlungsversuch zur Lösung des Kosovo-Problems ist gescheitert. Doch die EU gibt nicht auf. Der Tonfall der Nachbarn klingt allerdings alles andere als versöhnlich.

EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton gedachte am Donnerstag den Opfern des Massakers von Srebrenica. Reuters

EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton gedachte am Donnerstag den Opfern des Massakers von Srebrenica.

Brüssel/BelgradDie EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat es wieder nicht geschafft: Serbien und das Kosovo verweigern sich zum wiederholten Mal einem Abkommen zur Regelung ihrer Probleme. Das teilten beide Seiten am Donnerstag in Brüssel mit. Sie machten sich gegenseitig für den Misserfolg verantwortlich. In Belgrad und Pristina wurden neue Verhandlungen noch für diesen Freitag in Aussicht gestellt. Sollte es keine Einigung geben, liegt die weitere Annäherung Belgrads und Pristinas an die EU auf Eis.

Zentraler Streitpunkt war auch in der neunten Verhandlungsrunde die Frage, welche Befugnisse die serbische Minderheit in dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo bei der Polizei und der Justiz haben soll. Die Debatte dauerte am Mittwoch 14 Stunden. Auch das Vorhaben der albanisch geführten Kosovo-Regierung, im Norden des Landes mit seiner lokalen serbischen Mehrheit eigene Sicherheitskräfte zu stationieren, sorgte für Sprengstoff.

EU-Vermittlerin Ashton sagte nach den Marathonverhandlungen, die Positionen beider Seiten lägen so nah beieinander, dass ein Übereinkommen möglich sei. Zuvor hatte der Kosovo-Regierungschef Hashim Thaci seinem serbischen Amtskollegen Ivica Dacic allerdings vorgeworfen, er vertrete in den Verhandlungen radikal nationalistische Ziele. Die Serben antworteten, Thaci agiere „mit der Logik eines Terroristen“.

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In Pristina kündigte Europaministerin Vlora Citaku eine neue Verhandlungsrunde für Freitag in Brüssel an. Auch serbische Medien berichteten übereinstimmend, Belgrad habe eine neue Einladung dazu erhalten. Die Staatsspitze werde noch abstimmen, ob die serbische Delegation erneut nach Belgien reist.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Thomas-Melber-Stuttgart

18.04.2013, 21:34 Uhr

Man sollte aber auch erwähnen, daß in den zur Debatte stehenden Gebieten des Kosovo die Serben eine z.T. deutliche lokale Mehrheit stellen.

Valon

18.04.2013, 22:57 Uhr

Herr Melber, in Preshevo (Südserbien) leben auch zu 90% Albaner und dies sollte auch mal dringend erwähnt werden.. Erkundigen Sie sich mal via Web, nur so ein Tipp nebenbei :-) .. Liebe Grüsse aus Zürich

Rechner

18.04.2013, 23:39 Uhr

Ebenso sollte man erwähnen, daß die von den türkischen Besatzern im Kosovo angesiedelten Albaner dort nicht das geringste verloren haben.

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