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31.08.2011

16:42 Uhr

Verhandlungen

Gaddafi-Sohn will sich laut Rebellen stellen

Nach Angaben des Kommandeurs der Aufständischen ist ein Sohn von Muammar al Gaddafis in Verhandlungen getreten. Die Rebellen sollen für seine Sicherheit garantieren.

Al Saadi Gaddafi, hier ein Archivbild von 2005. Reuters

Al Saadi Gaddafi, hier ein Archivbild von 2005.

TripolisMuammar al Gaddafis Sohn Al Saadi will sich nach Angaben der libyschen Rebellen stellen. Der Kommandeur der Aufständischen in der Hauptstadt Tripolis, Abdel Hakim Belhadsch, sagte der Nachrichtenagentur AP, Al Saadi habe ihn angerufen, um über seine Kapitulation zu verhandeln.

Al Saadi habe gestern telefonisch gefragt, ob die Rebellen für seine Sicherheit garantieren könnten, erklärte Belhadsch. Der Rebellenkommandeur sicherte dem Gaddafi-Sohn nach eigenen Angaben zu, dass ihm nichts geschehen würde, er aber im Einklang mit den Gesetzen behandelt werde. Am Mittwochmorgen habe sich der Sohn des langjährigen Machthabers erneut gemeldet, er habe den Anruf aber verpasst, sagte Belhadsch. Al Saadi ist der dritte Sohn von Gaddafi.

Angesichts des offenbar nahenden Endes der Kämpfe in Libyen hat die Europäische Union zur Einhaltung der Menschenrechte in dem Land aufgerufen. Die Respektierung internationalen Rechts sowie der Menschenrechte seien „unbedingt notwendig“, sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Mittwoch in Brüssel. Sie reagierte damit während einer Pressekonferenz auf die Frage nach dem Schicksal ausländischer Söldner, die auf der Seite des langjährigen Machthabers Muammar el Gaddafi gekämpft hatten und nun von den libyschen Rebellen gefangen gehalten werden.

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Die Aufständischen haben nach Angaben des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) seit Beginn des Volksaufstandes mehrere hundert Gefangene genommen. Unter ihnen seien auch viele Ausländer, die zumeist aus Subsahara-Afrika stammen, wie das IKRK zu Wochenbeginn mitteilte.

Die NATO-Staaten berieten am Mittwoch in Brüssel über eine mögliche Rolle des Militärbündnisses nach dem Ende der Kämpfe in Libyen. Zu den diskutierten Szenarien gehört NATO-Diplomaten zufolge, dass die Allianz weiterhin den Luftraum des Landes überwacht sowie ein Waffenembargo durchsetzt. Zudem könne ein möglicher Einsatz der Vereinten Nationen logistisch unterstützt werden. Die NATO-Diplomaten hoben jedoch hervor, dass die Allianz allein auf Anfrage der Vereinten Nationen tätig werde und keinesfalls Bodentruppen einsetzen wolle. Die Rebellen stehen einem Einsatz ausländischer Truppen ablehnend gegenüber.

Die NATO hatte Ende März das Kommando über den internationalen Militäreinsatz in Libyen übernommen. Sie berief sich dabei auf ein UN-Mandat und nannte als Ziel des Einsatzes, zu dem auch Luftangriffe auf Ziele am Boden gehörten, den Schutz der Zivilbevölkerung vor Gewalttaten. De facto unterstützte die NATO jedoch die Rebellen in ihrem Kampf gegen die Truppen Gaddafis.

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