Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2012

10:31 Uhr

Verhandlungen mit Iran

Wichtiger Schritt nach vorn im Atomstreit

Im Atomstreit mit Iran gibt es erste Anzeichen für eine Entspannung. Nach einer Gesprächsrunde um das iranische Atomprogramm sind die EU und die USA optimistisch, das sich der Konflikt mit Iran noch lösen lässt.

Der iranische Chefunterhändler Saeed Jalili gibt wichtige Anzeichen der Kompromissbereitschaft. dapd

Der iranische Chefunterhändler Saeed Jalili gibt wichtige Anzeichen der Kompromissbereitschaft.

Istanbul/CartagenaDie USA haben die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm als „ersten positiven Schritt“ bezeichnet. Die Atmosphäre bei den Gesprächen in Istanbul sei konstruktiv gewesen, sagte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, in der Nacht zum Sonntag am Rande des Amerika-Gipfels im kolumbianischen Cartagena. Die Übereinkunft, die Gespräche Ende Mai fortzusetzen, sei ein weiteres positives Signal.

Nach 15 Monaten Funkstille hatten am Samstag in Istanbul neue direkte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm begonnen. Unter dem Druck israelischer Angriffsdrohungen und verschärfter Sanktionen wollten die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland der Islamischen Republik Zugeständnisse abringen. Nach Beginn der Gespräche hatten sich auch westliche Diplomaten positiv geäußert. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach nützlichen Verhandlungen. Ziel sei nun, den Konflikt „Schritt für Schritt“ beizulegen.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Vorwand der Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet dies. Die bislang letzten Gespräche waren im Januar 2011 gescheitert, als sich beide Seiten nicht einmal auf eine Tagesordnung einigen konnten.

Neue Gesprächsrunde über iranisches Atomprogramm eröffnet

Video: Neue Gesprächsrunde über iranisches Atomprogramm eröffnet

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich am Samstag vorsichtig optimistisch. Für den 23. Mai sei ein weiteres Gespräch in der irakischen Hauptstadt Bagdad vereinbart worden, sagte Ashton in Istanbul nach den Gesprächen mit der iranischen Führung.

Kommentare (19)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rheinschwimmer

14.04.2012, 17:21 Uhr

Ein positives Signal.Nachdem der Iran das "Gedicht" von G. Grass sehr positiv bewertet hat, scheint der politische Stern von Ahmadinedschad zu sinken. Ein "Maulheld" kann unmöglich ein Ministerpräsident mit Zukunft eines bedeutenden Landes sein.
Der inneriranische Machtkampf scheint in eine entscheidende Runde getreten zu sein.

Wahrheit

14.04.2012, 17:36 Uhr

Atomare Rüstung ist die Existenzfrage für die Mullahs
Der Iran verfügt über unendliche Erdöl- und Erdgasquellen, so dass man niemals auf die teure Atomenergie angewiesen sein wird. Der Iran ist ein fruchtbares Land, mit Landwirtschaft und vielen Rohstoffen - ausreichend für Nahrung, Bau und Technologie. Daher sind die Argumentationen des iranischen Präsidenten Ahmadinejad und der Mullahs, der Iran benötige die Atomenergie, absurd. Die Mullahs wollen Atommacht werden und die Weltgemeinschaft erpressen.
dpa - 7.4.2012: Erstmals ist von iranischer Seite die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe eingeräumt worden. Der prominente Abgeordnete Gholamreza Mesbahi Moghadam sagte dem Nachrichtenportal des Parlaments, der Iran habe die Kenntnisse und die wissenschaftlichen Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe. Das Land könne mit Leichtigkeit das für den Atombombenbau notwendige hochangereicherte Uran produzieren.
Die Lösung: Ein Militärschlag wäre nicht nur geopolitisch falsch, er würde auch sein Ziel nicht genau treffen können. Auch die Beschwichtigungspolitik hat versagt. Dadurch haben die Mullahs Zeit gewonnen. Man müsse jetzt allen politischen Verantwortung, allen Mut und alle Kraft versammeln, und unter der Vermeidung militärischer Gewalt und der versagten Beschwichtigungspolitik, die seit 3 Jahrzehnten bestehende Hauptopposition, den Nationalen Widerstandsrat Iran und seine Präsidentin Maryam Rajavi effektiv und entschlossen unterstützen. Die Lösung ist die Änderung im Iran.

Walter

14.04.2012, 18:51 Uhr

Der Westen ist für den Iran sehr berechenbar. Er kennt seine Mechanismen und weiß, wie er uns an der Nase herumführen kann.
Mit der Ankündigung von Zugeständnissen gewinnt er die Zeit, die er für sein Programm benötigt. Sobald er es geschafft hat, ist er für immer unangreifbar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×